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Alles hat gepasst

Fischinger Gute Nacht-Geschichten mit erstaunlichem Mix

Der Vorplatz des Gemeindehauses St. Katharina in Fischingen war wie geschaffen für den Leseabend „Fischinger Gute-Nacht-Geschichten“. Gestuhlt war so, dass das Publikum, während es Andrea Müller, Klaus Schätzle und Helmut Engisch lauschte, auch den neu am Gemeindehaus angebrachten Aufzug bestaunen konnte. Margarete Schon und Antje Perktold umrahmten den Leseabend mit virtuos dargebrachten Menuetten und Balladen.

01.07.2014
  • ANASTASIA VOLLMER

Fischingen. Es passte einfach alles: sommerliche Temperaturen lockten viele Gäste zum stilvoll mit Kerzenlicht geschmückten Parkplatz des Gemeindehauses. Was anlässlich der Heimattage erfolgreich initiiert wurde, wurde auch in der Neuauflage zu einem rundum gelungenen Abend.

Die Leiterin des katholischen Bildungswerks, Margarete Schon an der Altflöte, und Gemeindereferentin Antje Perktold an der Gitarre verwöhnten die Gäste mit Menuetten und Balladen von Joseph Bodin de Boismortier aus der Zeit des französischen Barock.

Andrea Müller, die Vorsitzende des katholischen Pfarrgemeinderats Dießen, brachte mit Karl Forsters „Lob der Hängematte“ das richtige Buch zur Einstimmung in einen entspannten Abend mit. Sein mit vergnüglichen Anekdoten und der historisch exakten Herleitung der Herkunft der Hängematte, nämlich aus den Dörfern am Fuße der Anden, wo sie „Hamaca“ genannt wurde, gespicktes Buch verfolgt sie über die Niederlande, wo man sie „Hangmat“ nannte, bis in unsere Breiten, wo die „Hängematte“ zum Sinnbild des „Dolce far niente“ wurde.

Karl Forsters süffisant präsentierte Beobachtungen und Zitate als Credo auf die Hängematte mit dem Ziel, ein Zeichen zu setzen zum Entschleunigen und zur inneren Ruhe zu finden, wurden begeistert aufgenommen. Mit Klaus Schätzle wurden die Leser mit sorgsam recherchierten historischen Sitzungsprotokollen des Stadtrats und Presseberichten aus der Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts besonders in Bezug auf die damalige Wortwahl amüsant unterhalten. Derb ging es damals her, doch bei näherer Betrachtung waren die Probleme dieselben wie heutzutage. Aus der Gedichtsammlung des Sulzer Schriftstellers, Dichters und Kunstmüllers Paul Schmid zitierte er ein Gedicht, in dem er die Propaganda des ersten Weltkriegs mit unglaublichem Vokabelreichtum entlarvte. Paul Schmid hatte seinen Bruder Arthur an der Westfront verloren und starb an dessen Todestag im Jahre 1977.

Nach einer Pause, in der die Gäste sich mit leckerem Gebackenen in vielen Geschmacksrichtungen erfrischen konnten, übernahm der in Oberndorf geborene Autor und Journalist Helmut Engisch mit einem Part aus seinem 2006 erschienenen Buch: „Das Königreich Württemberg“. Engisch hat in seinem Jubiläumsband „ 200 Jahre Königreich Württemberg“ auch die Geschichte der württembergischen Herzöge bis zur Gründung des Königreichs 1806 beleuchtet. In Engischs Vortrag ging es um vier Könige. Spannend schildert er neben der politischen Geschichte auch die Alltagsgeschichte mit interessanten Episoden aus dem Bereich der alltäglichen Freuden und Sorgen der Menschen im Königreich.

Fischinger Gute Nacht-Geschichten mit erstaunlichem Mix
Sorgfältig recherchiert und ausgewählt hatte Stadtrat Klaus Schätzle seine historischen Anekdoten aus Presse und Gemeinderatsprotokollen, die er süffisant vortrug. Bild: avo

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01.07.2014, 12:00 Uhr

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