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Köder keine Option

Flächendeckende Entwurmung nicht zugelassen

Warum keine Entwurmungsköder auslegen? Tierschützer hatten das anstelle der Lebendfallen gefordert, mit denen die Stadt gegen Reineke vorgeht. Aber für das Mittel gibt es nur eine begrenzte Genehmigung.

07.09.2012
  • gs

Mössingen. „Aufgrund der fehlenden Zulassung ist der eingesetzte Fraßköder nicht in kommerziell großen Mengen erhältlich“, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Es ist nur ein kleiner Satz in einem sechsseitigen Brief, der hauptsächlich davon handelt, wie selten der Fuchsbandwurm beim Menschen auftritt (er gilt als „Fehlwirt“) und wie teuer Fraßköder für Füchse seien. Der FDP-Landtagsabgeordnete Andreas Glück hatte die Regierung nämlich aufgefordert, etwas gegen den Parasiten zu unternehmen – sei es durch eine intensivere Jagd, sei es durch Entwurmungsköder. Wie es um deren Erfolg bestellt sei?, wollte er in einer Kleinen Anfrage wissen. Parallel landete eine Pressemitteilung der Organisation Menschen für Tierrechte – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg in der Redaktions-Mailbox mit der Forderung, lieber die Krankheit als den Wirt zu bekämpfen.

Doch das, eine Nachfrage beim Ministerium bestätigte es, ist nicht so einfach – und indirekt geht es auch wieder um die Finanzierung. Köder dürfen bisher nur bei wissenschaftlichen Untersuchungen genutzt werden – also innerhalb eines bestimmten Gebiets innerhalb einer bestimmten Zeit. Soll das Medikament auf den Markt, müsse der Hersteller eine Zulassung dafür haben, erklärte nun eine Ministeriumssprecherin: „Das Zulassungsverfahren ist in der Regel sehr aufwändig und teuer. Insofern wird der Hersteller dies nur veranlassen, wenn ein entsprechend hoher Mittelabsatz zu erwarten ist.“ Und weil nicht erwiesen sei, dass es weniger Krankheitsfälle bei Menschen gebe, wenn die Füchse entwurmt würden, werde „eine flächendeckende Anwendung allgemein als nicht gerechtfertigt angesehen“. Das Ministerium rät, Haustiere regelmäßig entwurmen zu lassen – auch diese können den für Menschen gefährlichen Parasiten übertragen.

Flächendeckende Entwurmung nicht zugelassen

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07.09.2012, 12:00 Uhr

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