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Wo Sulzer in die Luft gehen

Fliegen wird immer beliebter: Flugsportgruppe Sulz feiert 20-jähriges Bestehen

Seit 20 Jahren gibt es die Flugsportgruppe Sulz. Mit einem Jubiläumsfest wird dies am Sonntag, 12. September, auf dem Flugplatz „Katzeneschle“ gefeiert. Neben Kunstflug, Drachenschlepp und Vorführungen mit exklusiven Flugzeugmodellen wie zum Beispiel dem Eurofighter gibt es auch einen Fallschirmsprung aus einem speziellen Ultraleichtflugzeug.

08.09.2010
  • Nils Horst

Sulz. Betritt man die beiden Hallen auf dem Sulzer Fluggelände, so kommt man als Laie ins Staunen. Mit älteren und neuen Modellen bis hin zu motorisierten Drachenfliegern hat der Verein mit seinen 26 aktiven Mitgliedern und 70 Passiven Einiges zu bieten. „In den vergangenen Jahren hat sich eben viel an der Technik getan“, schwärmt der Vorsitzende der Sulzer Flugsportler Peter Gayer. Von der so genannten Rohr-Tuch-Bauweise über Holz sei man nun bei Kunststoff oder gar Ganzmetall angekommen. Momentan hat der Verein vier Maschinen der höheren Kategorie, drei der mittleren und drei der niedrigeren Kategorie. Das Interesse wird immer größer, bestätigt Gayer. In diesem Jahr konnte die Flugsportgruppe schon zwei neue Mitglieder aufnehmen.

Gegründet wurde der Verein im Jahr 1990. Geflogen wurde damals noch auf einem kleineren Gelände westlich des Gewerbegebiets Kastell. Angesichts der immer fortschrittlicheren Flugzeuge und der immer größeren Nachfrage seitens der Flugsportfreunde wurde 1992 das jetzige Gelände auf dem „Katzeneschle“ gepachtet und noch im gleichen Jahr zugelassen. Im Laufe der Jahre kam bei den Hobbyfliegern der Wunsch nach einer Unterstellmöglichkeit ihrer Maschinen auf, der 1999 mit dem Bau zweier Hallen realisiert wurde. Nach Pech mit dem Sturm Lothar, der beide Hallen völlig zerstörte, wurden diese in 2000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden von den Vereinsmitgliedern wieder aufgebaut – diesmal jedoch in verstärkter und wetterfester Form mit Blech. Auch eine urige kleine Hütte mit Terrasse bereichert das Flugplatzgelände, auf der man sitzen und die Sportler bei ihrem Hobby beobachten kann.

Das Ultraleichtflugzeug „TL 96 Sting“ von Gerhard Luft gehört zu den moderneren Maschinen. Mit gekonnten Griffen schiebt der Pilot seine weiße Maschine vor den Hangar. „Mit ihr komme ich in gut viereinhalb Stunden bis an die dänische Grenze“, schwärmt er. „Wenn man sich gut konzentriert, kann man solch eine Strecke auch mal durchfliegen.“ Ein beliebtes Ziel der Sulzer Flugsportler ist natürlich die Burg Hohenzollern, an die man bis zu 600 Meter nah heran fliegen darf, oder das Donautal mit seiner reizvollen Landschaft.

Um auf dem Sulzer Gelände zu landen, bedarf es mit seiner Maschine, die es immerhin auf gut 250 Stundenkilometer bringen kann, viel Routine. Die Landeklappen sorgen bei der Sting jedoch dafür, dass Luft die Geschwindigkeit so weit verringern kann, um auch auf dem Sulzer Fluggelände mit seinen 255 Metern landen zu können.

Serienmäßig sind alle ULs, wie man die Ultraleichtflugzeuge auch nennt, mit Geschwindigkeits-, Höhenmesser und Kompass ausgestattet. Hinzu kommen kleine Instrumente wie Öldruck, Wassertemperatur sowie eine Tankanzeige und individuelle Wünsche. Seit geraumer Zeit ist es Pflicht für jeden Flieger, ein Rettungsgerät dabei zu haben, erzählt Luft. Dieses wird im Notfall mit einer kleinen Rakete nach draußen geschossen und geöffnet. Der Flieger wird dann an vier Punkten stabilisiert und nach unten geleitet.

Geht man weiter durch die Hallen, so findet man noch andere Luftsportgeräte, zum Beispiel mehrere „C42“ und „C22“. Das „C42“ ist das häufigste Muster sowohl im Schulungsbereich als auch in der Hobbyfliegerszene, erklärt Luft. Ein besonderes Fluggerät ist das „Trike“, das zwar einem Hängegleiter ähnelt, sich aber durch seine Gondel und den Motor vom normalen Drachenflieger abhebt. „Hier bekommt man die Luft natürlich direkt zu spüren.“ Nur die Steuerung bleibt gleich. Will man eine Kurve fliegen so muss man sein Gewicht etwas verlagern, das dann den flexiblen Flügel verformt. Gelandet wird aufgrund des Gewichtes auch anders: „Da ist schon Routine gefragt“. Besonders schwierig wird es bei den Fußstartmotorschirmen. Hier muss man 30 Kilogramm mit dem Fuß auf gute acht Kilometer pro Stunde bringen. „Da muss man schon eine sportliche Leistung vollbringen“, erzählt Gerhard Luft.

Das Programm des Flugsportfestes auf Kastell

Am Samstag, 11. September, wird auf dem Sulzer Flugplatz vereinsintern mit Gastfliegern und Freunden gefeiert.

Am Sonntag, 12. September, ist dann die Öffentlichkeit zum Jubiläumsfest geladen. Neben Kunstflugvorführungen der Oldtimer „Büker, Jungmann und einer YAK 52“ wird es Segelkunstflug, einen Drachenschlepp und Modellflugvorführungen sowie einen Fallschirmsprung zu sehen geben.

Rundflüge sind am Sonntag vor dem eigentlichen Programmstart von 10 bis 14 Uhr möglich.

Um ihre Sicherheit müssen sich die Besucher keine Sorgen machen. Weitestmöglicher Sicherheitsabstand zwischen Zuschauern und Landebahn werde eingehalten, erklärt Vorsitzender Peter Gayer in Reaktion auf das Unglück bei einer Flugschau in Bayern vom Wochenende. Auch ein Rettungssanitäter-Team der DRK-Bereitschaft Sulz werde beim Flugsportfest sein.

Das Gelände erreicht man über den geteerten Weg schräg gegenüber der Sulzer Meboldstraße.

Fliegen wird immer beliebter: Flugsportgruppe Sulz feiert 20-jähriges Bestehen
Gerhard Luft und Peter Gayer von der Flugsportgruppe Sulz: Der Hangar auf Kastell ist inzwischen sturmsicher aus Blech gebaut, sodass die Fluggeräte sicher untergebracht sind. Am kommenden Wochenende feiern die Sulzer Flieger die ersten 20 Jahre ihres Vereins. Bild: nh

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08.09.2010, 12:00 Uhr

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