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Kommentar

Flirt missglückt – keine Empfehlung für Rosi

Das erste Rendez-Vous – nur nichts falsch machen: Was ziehe ich an? Wie kann ich beeindrucken? Welche Themen könnten meinem Gegenüber gefallen? Wo sind die Schnittpunkte?

17.06.2015
  • Benjamin Breitmaier

Nur eine Chance für die Klärung so vieler Fragen. Das Restaurant „Cavallo“ in Mannheim, es ist Montagabend: Peter Rosenbergers Person der Begierde heißt Christopher Probst, OB-Kandidat der Mannheimer Liste. Es gibt nur ein Ziel: Probst soll aufhören und Werbung für Rosenberger machen. Doch das Date läuft nicht gut. Gestern um zwölf dann die Pressekonferenz. Ergebnis der Gespräche vom Montag: Probst hört zwar auf, er gibt aber keine Wahlempfehlung ab. Begründung: Es gebe keinen Kandidaten, den er hätte unterstützen wollen. Außerdem hätte Probst geärgert, dass die CDU ihn zu sehr vereinnahmen wollte. Rosenberger war also doch etwas zu penetrant in seinen Annäherungsversuchen – keine Seltenheit beim ersten Date.

Die Ausgangssituation war schwierig: Im Wahlkampf hat Probst mehrmals deutlich gemacht, dass er von Rosenbergers Konzepten teilweise wenig hält. Es gibt also kein geschlossenes „bürgerliches Lager“, wie sich das Rosenberger vorgestellt hatte. Außerdem sprach sich Probst generell gegen Wahlempfehlungen aus, da Wähler „keine Manövriermasse“ seien.

Hätte Probst es trotzdem getan, es wäre auf ein nervenzerreisendes Kopf an Kopf Rennen mit Peter Kurz hinausgelaufen. In den Spekulationen, wer nun Mannheimer Oberbürgermeister wird, hängen die Kommentatoren aber trotzdem in der Luft.

Für Peter Kurz und Rosenberger beginnt jetzt der Flirt mit den Probst‘schen 15,9 Prozent der Wählerstimmen. Am deutlichsten wird die Situation beim Blick in den Mannheimer Norden. In eigentlich klassischen SPD-Stadtteilen entschieden sich überdurchschnittlich viele Wähler für den Kandidaten der Mannheimer Liste und den Freien Wählern. Frage ist jetzt, ob diese zurück zu Kurz gehen, oder ob Rosenberger bei den Wählern besser ankommt, als deren Kandidat Probst.

Peter Rosenberger sagt zur Situation: „Ich respektiere die Entscheidung natürlich, werde mich aber dennoch sehr intensiv um die Wähler bemühen, weil schon in den Wahlprogrammen ersichtlich ist, dass wir uns nahe waren.“ Zumindest, was das Thema Bundesgartenschau 23 angeht, hat Rosenberger recht. Bei den meisten anderen Themen – beispielsweise Sicherheit – hatte Christopher Probst selbst betont, dass es große Unterschiede zum Horber Stadtchef gäbe.

Rosenberger wird sich das Programm der Mannheimer Liste aber sehr genau anschauen. Bis Freitag wird er noch in Horb sein, um „die nächsten 14 Tage zu organisieren“. Dann werden „Inhalte geschliffen und mit der Mannheimer Liste abgeglichen. Ich werde in Mannheim sehr präsent sein, um das bürgerliche Lager nochmal zu motivieren, sich meinen Themen zu öffnen“, erklärt Rosenberger.

Zu den Ritterspielen, die am Wochenende beginnen, wird er es aber nicht schaffen. Für den Fassanstich um 19 Uhr muss sein Stellvertreter Jan Zeitler einspringen. Wer sich für die Ergebnisse der Anfrage von SPD und OGL zu Rosenbergers Anwesenheitszeiten in Horb interessiert, muss sich allerdings noch etwas gedulden. In der kommenden Gemeinderatsitzung wird das Thema laut Rosenberger noch nicht auf dem Tisch landen. In der nächsten Sitzung am 21. Juli, werde die Frage vorraussichtlich geklärt – dann sogar in öffentlicher Sitzung.

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17.06.2015, 12:00 Uhr

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