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Mit Plakaten für den Frieden

Flüchtlinge erklären sich mit französischen IS-Opfern solidarisch

Flüchtlinge malen gegen den Terror: Ganz schüchtern begann gestern Nachmittag ein gutes Dutzend Männer aus Syrien, Afghanistan und Pakistan in der Erstaufnahmestelle Ergenzingen damit, sich Motive und kurze Texte auszudenken, um deutlich zu machen, dass es nichts mit dem Islam zu tun habe, wenn Anhänger des Islamischen Staats (IS) oder der Taliban Menschen ermorden.

19.11.2015
  • gef

Ergenzingen. Die Aktion wuchs sich aus: Als wir nach zwei Stunden die Unterkunft verließen, drängten sich gut achtzig Leute in dem abgeteilte Stück Halle, das zum Atelier wurde. Auch einige Frauen und etliche Kinder waren gekommen, um zuzuschauen. „Weltfrieden ist mein Wunsch“ und „Ich liebe Afghanistan“ stand auf den Zetteln, die auf dem Tisch lagen.

Auffällig war, dass die Flüchtlinge immer wieder eine Handfläche zeichneten. Die Hand stehe für Abwehr, erklärte Elena Smith vom Roten Kreuz, die übersetzte. So stand es auch auf den Zetteln und später auf den Leintüchern: „Stop to killing in Afghan“, „Stop ISIS“ oder „Stop the Taliban“. Daneben ein hier unbekanntes Symbol.

Gertrud Brobeil-Mayer, Künstlerin aus Ergenzingen, die die Aktion betreute, ließ sich sagen, es sei ein Zeichen für den Frieden. Borbeil-Mayer, die sonst einmal in der Woche in der Kleiderausgabe hilft, hatte nur zögernd zugesagt, weil sie gefürchtet habe, „total überfordert“ zu sein. Gestern war sie dann sehr beeindruckt.

„We all feel for France because they also human“ und „Terrorist have no religion“ („Wir alle fühlen mit den Franzosen, denn sie sind auch menschlich“ und „Terroristen haben keine Religion“) war auf eine anderen Transparent zu lesen. Auch die französische Flagge malten sie, eine andere Kleingruppe wollte die deutsche malen. „Schwarz-Rot-Gold – ist Schwarz oben oder unten?“, fragte einer. Eine Gruppe tat sich schließlich zusammen, um ihr Transparent im Hof zu zeigen (Bild), während andere noch arbeiteten.

Über Facebook hatten die Flüchtlinge von den Terroranschläge in Paris erfahren. Firas Fadul hatte dann die Idee, durch Bilder und Transparente zu zeigen, „dass nicht alle Welt Angst haben muss vor Muslimen“.

Flüchtlinge erklären sich mit französischen IS-Opfern solidarisch

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19.11.2015, 12:00 Uhr

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