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Stuttgart

Flüchtlinge im Südwesten sind winterfest untergebracht

Die Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge sind aus Sicht des Landes gut für den Winter gerüstet.

20.11.2015
  • dpa

Stuttgart. Momentan wohnten dort rund 46 000 Menschen, sagte ein Sprecher des Integrationsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. «Der überwiegend große Teil ist in festen Gebäuden untergebracht.» Nur ein kleiner Teil lebe in Zelthallen. «Wir können aber nicht ausschließen, dass wir noch darauf zurückgreifen müssen, weil wir nicht wissen, wie sich der Zustrom entwickelt», sagte er.

Nach Angaben der Lenkungsgruppe Flüchtlingsunterbringung beherbergen die Zeltstädte im Südwesten derzeit rund 2500 Asylbewerber. Die Zelte hätten aber Leichtbau-Wände und einen festen Boden, seien beheizbar und isoliert, sagte ein Sprecher der Gruppe. Solche Unterkünfte stünden beispielsweise in Neuenstadt am Kocher, in Karlsruhe, Freiburg und Ellwangen.

In der Erstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen seien rund 30 kleinere beheizte Zelte in den vergangenen Wochen in eine große Fahrzeughalle verlegt worden, sagte der Leiter der Erstaufnahmestelle, Berthold Weiß. «Jetzt sind sie ummauert, haben ein Dach und sind wenigstens geschützt vor Schnee, müssen nicht durch Matsch und Feuchtigkeit stapfen», sagte er.

In Stuttgart wird von dieser Woche an ebenfalls eine Notunterkunft mit winterfesten Zelten bezogen. Sie bietet Platz für die Erstaufnahme von rund 1000 Flüchtlingen. Sieben Zelte stehen auf dem Gelände des Reitstadions. Sie haben Holzböden, die mit Aggregaten beheizt werden und damit winterfest sind, wie ein Sprecher der Lenkungsgruppe sagte. Hinzu kommen 25 Sanitärcontainer. Die Einrichtung soll höchstens bis Ende Juni bestehenbleiben. Das Reitstadion liegt zwischen Neckar und Cannstatter Wasen. Es wird sonst als Ort für Reitveranstaltungen und landwirtschaftliche Ausstellungen genutzt.

In Freiburg stehen momentan zwei Unterkunftszelte für rund 900 Flüchtlinge und ein Verpflegungszelt, dort leben 846 Flüchtlinge. «Das sind Traglufthallen mit dicken, isolierten Wänden und einem isolierten Dach und einem richtigen Laminatboden», sagte der Sprecher des Regierungspräsidiums, Matthias Henrich. Eine Umluftheizung soll 20 Grad in den Hallen garantieren. Für die Sanitäranlagen müssen die Flüchtlinge über den Hof. «Wir arbeiten an einer Überdachung», sagte Henrich. «Wir sind eigentlich vorbereitet für den Winter.»

In Villingen-Schwenningen wurden nach Angaben der Behörde vier große Zelthallen als Winterquartier für rund 1000 Flüchtlinge gebaut. Die Asylbewerber waren ursprünglich in den Messehallen untergebracht, mussten aber Veranstaltungen weichen. «Wenn die Messe voll ist, können wir's nicht anders regeln», sagte Henrich. Jede Zelthalle hat eine Grundfläche von 1040 Quadratmetern und einen isolierten Boden.

Es gibt neben den Schlafhallen auch eine Gemeinschaftshalle - unter anderem mit Gebetsraum, Mutter-Kind-Raum und Steckdosen-Station. Spezielle Gerüststützen könnten auch Schneelasten tragen. Geheizt werde mit ölbefeuerten, außen stehenden Brennkammern, die über Deckenschläuche Warmluft einblasen. Derzeit lebten rund 400 in den Zelthallen. «Das sind richtig massive Teile», sagte Henrich.

Auch nach Sigmaringen soll eine Zeltstadt für rund 1000 Flüchtlinge kommen. Die winterfesten Hallen würden auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung in der Graf-Stauffenberg-Kaserne entstehen, sagte ein Sprecher des Integrationsministeriums. Sie seien beheizbar, hätten einen festen Boden und könnten beispielsweise auch eine Schneelast tragen.

Ursprünglich hatte die Zeltstadt in Tübingen errichtet werden sollen. Allerdings findet auf dem dortigen Gelände ab Februar eine Messe statt. Da die winterfesten Zelte zudem eine längere Lieferzeit hätten und beim Aufbau aufwendiger seien, lohne sich das Errichten dort aber nicht, sagte eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Tübingen.

Flüchtlinge im Südwesten sind winterfest untergebracht
Eine winterfeste Zelthalle wird in Freiburg errichtet. Foto: Winfried Rothermel/Archiv

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20.11.2015, 12:00 Uhr

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