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Flüchtlinge suchen sich ihren Weg über die Schweiz
Überprüfung im Konstanzer Bahnhof. Im Sommer hatte der Konstanzer Landrat Alarm geschlagen und mehr Kontrollen verlangt. Foto: dpa
Illegale Einreise

Flüchtlinge suchen sich ihren Weg über die Schweiz

Die Bundespolizei verzeichnet an der Grenze deutlich steigende Zahlen. Vor allem Afrikaner werden aufgegriffen.

05.11.2016
  • PETRA WALHEIM

Stuttgart. Die Balkanroute ist seit dem Frühjahr für Flüchtlinge geschlossen. Deshalb kamen im Lauf des Jahres aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern deutlich weniger Menschen ins Land als noch vor einem Jahr. Nach Angaben der Landeszentrale für politische Bildung hatte Baden-Württemberg im November 2015 fast 40 000 Flüchtlinge aufgenommen. Im September dieses Jahres waren es noch knapp 1000. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 185 000 Menschen ins Land, von denen knapp 98 000 einen Asylantrag stellten. In diesem Jahr waren es von Januar bis September 47 000 Flüchtlinge, von denen 28 000 einen Asylantrag gestellt haben.

Dabei gibt es in der Flüchtlings-Dynamik einen neuen Trend. Immer mehr Menschen – vor allem aus afrikanischen Ländern wie Nigeria, Gambia und aus dem Senegal – versuchen, sich über den lebensgefährlichen Weg übers Mittelmeer nach Europa durchzuschlagen.

Viele ertrinken auf hoher See

Oft werden sie von kriminellen Schlepperbanden für viel Geld auf die Reise geschickt, meist auf nicht hochseetüchtigen Booten. Bei rauem Seegang kentern sie, die Menschen ertrinken jämmerlich.

Diejenigen, die durchkommen, landen in Italien. Viele machen sich weiter auf den Weg in Richtung Norden, sie versuchen, über die Schweiz nach Deutschland zu kommen. Die Zahlen der Bundespolizei belegen diese Tendenz.

Nach Angaben der Bundespolizei in Stuttgart sind 2015 insgesamt 3025 illegal eingereiste Flüchtlinge direkt an der deutsch-schweizerischen Grenze aufgegriffen worden. In diesem Jahr waren es von Januar bis September schon 3352.

Von Januar bis August 2016 sind im Vergleich zum Vorjahr fast 1000 Flüchtlinge mehr illegal über die Schweizer Grenze ins Land gekommen. Die Zahl stieg allein von Juli bis August um fast 700. Da schlug auch der Konstanzer Landrat Frank Hämmerle Alarm. Pro Monat reisten 300 bis 600 Asylsuchende illegal in seinen Landkreis ein, sagte er im August der „Neuen Zürcher Zeitung“. Er forderte stärkere Kontrollen an der Grenze.

Die Bundespolizei hat reagiert und ihr Personal im Grenzgebiet um bis zu 40 Polizeibeamte aufgestockt. Auf der Grundlage des deutsch-schweizerischen Polizeivertrags gehen die Beamten der Bundespolizei auch mit dem Schweizer Grenzwachkorps auf schweizerischem Hoheitsgebiet auf Streife, um illegale Grenzübertritte bereits in der Schweiz zu verhindern.

Das gelingt nicht immer. Deshalb werden immer wieder auch Flüchtlinge im ganzen Bundesgebiet aufgegriffen, die über die Schweiz eingereist waren. Diese Zahlen sind drastisch gestiegen: Von Januar bis September 2015 wurden bundesweit 3219 Flüchtlinge aufgegriffen, die aus der Schweiz illegal eingereist waren. Bis September 2016 waren es 5172, fast 2000 Menschen mehr.

Die Entwicklung werde auf allen Routen „aufmerksam beobachtet“, informiert die Pressestelle der Bundespolizei in Stuttgart. „Falls erforderlich, werden Maßnahmen und Kräfteeinsatz der Bundespolizei angepasst.“

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05.11.2016, 06:00 Uhr

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