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Asyl in Turnhalle

Flüchtlinge ziehen bald ins Berufsschulzentrum

Notlösung vom Landratsamt: Mitte August quartiert der Landkreis 120 Flüchtlinge in die Theodor-Heuss-Sporthalle im Reutlinger Berufschulzentrum ein.

16.07.2015

Reutlingen.Das hat die Verwaltung gestern im Kreistags-Ausschuss als Übergangslösung bekanntgeben. Alle anderen Möglichkeiten seien ausgereizt, sagte Landrat Thomas Reumann: „Wir wählen immer das mildeste Mittel. Aber wir haben die Aufgabe, die Menschen unterzubringen. Dem ordne ich manches unter – auch manche Standort-Diskussion.“

Im Berufsschulzentrum gibt es zwei gleichgroße Turnhallen, so dass ein zumindest rudimentärer Sportbetrieb aufrechterhalten werden kann, so Kreis-Schulamtsleiter Stefan Häußler. Anfang Juli hatte der Landkreis 1044 Flüchtlinge auf 1190 Plätzen untergebracht – mit Rücksicht auf Ethnien und Familien sei das annähernde Vollbelegung. Allein im Juli wurde das Reutlinger Kontingent auf 196 neu zugewiesene Flüchtlinge erhöht, 88 davon sind vorigen Freitag angekommen.

Bis zum Jahresende könnten es mindestens 1800 werden. Was sich auch auf den Kreishaushalt auswirkt. Schon bis Mai ergab sich eine Million Euro Mehrkosten für die Unterbringung. Die Fallpauschalen durch das Land sind laut Landrat nicht kostendeckend. Kreiskämmerer Wolfgang Klett wollte darum keine belastbare Prognose für das Betriebsergebnis 2015 abgeben.

Auf Nachfrage von SPD-Kreisrat Ulrich Lukaszewitz bestätigte die Kreisverwaltung, dass es Überlegungen gab, auf dem Grundstück des ehemaligen Praktiker-Baumarktes eine Traglufthalle zu errichten. Laut Kreis-Ordnungsdezernent Claudius Müller waren diese Pläne freilich in einem frühen Stadium gescheitert.

Landrat Reumann sicherte zu, dass in Betzingen kein weiterer Unterkunfts-Standort zusätzlich zur Zeiss-Straße geplant sei. Um die dortige Gemeinschaftsunterkunft allerdings abzureißen und kleiner neu zu bauen, bedarf es einer Übergangslösung. Und die müsse ebenfalls in Betzingen liegen, so Reumann.

Auf Nachfrage von Reutlingens OB Barbara Bosch sicherte Müller Gespräche mit der Stadt zu, um die hauptamtliche Betreuung von Flüchtlingen in der Anschlussunterbringung zu gewährleisten. Müller will sich dabei auf Gemeinschaftsunterkünfte und soziale Brennpunkte konzentrieren. Nach der Sommerpause wird der Kreistag ausführlich über die Flüchtlingsunterkünfte diskutieren, sicherte Reumann zu. mre

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16.07.2015, 12:00 Uhr

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