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Eurowings

Flugbegleiter wollen streiken

Bei der Lufthansa-Tochter werden von heute an wohl 23 Maschinen am Boden bleiben.

27.10.2016
  • otr

Frankfurt. Nachdem es zu Wochenbeginn noch Hoffnung gab, der bereits angekündigte Streik bei der Lufthansa-Tochter Eurowings könnte noch abgewendet werden, sieht die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo jetzt keine andere Möglichkeit, als die Geschäftsführung von Eurowings durch einen Ausstand zum Einlenken zu bewegen. Am heutigen Donnerstag wollen Eurowings-Flugbegleiter die Arbeit niederlegen, möglicherweise auch in den Tagen und Wochen danach. Am Abend kündigte Ufo an, den Streik auf die größere Schwestergesellschaft Germanwings auszuweiten. Die Verhandlungen über Teilzeitregelungen der Flugbegleiter seien gescheitert.

Bis in die Nacht zum Mittwoch hatten beide Seiten nach Lösungen gesucht. Ufo beharrte dabei auf einer Schlichtung. Eurowings wollte dies noch einmal prüfen. Ufo wertete dies als „bloße Verzögerungstaktik“ und rief deshalb zum Streik auf.

„Mit der Schlichtung nach dem Vorbild der Lufthansa wollen wir dauerhaft Arbeitskämpfe vermeiden“, sagte Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies. Sollte Eurowings jetzt diesen Weg endgültig ablehnen, „wäre das der letzte Beweis, dass eine Nicht-Lösung das Ziel ist“. Eurowings-Geschäftsführer Joerg Beißel nannte die Streikankündigung dahingegen „unverständlich“. Man biete eine Schlichtung zu allen offenen Tarifthemen an. Die Gehälter sollten für drei Jahre und drei Monaten um 7 Prozent angehoben werden, zusätzlich sei eine Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens vorgesehen. Daneben soll eine von Arbeitgeber und Mitarbeitern finanzierte Unterstützungskasse aufgebaut werden. Zudem soll die Zahl der Flugbegleiter von 270 in kürzester Zeit auf 550 aufgestockt werden.

Verhandlungen seit 2013

Vom Streik betroffen sind aus rechtlichen Gründen wohl nur 23 der 90 Eurowings-Maschinen. 17 von ihnen sind in Düsseldorf stationiert und fliegen von dort Ziele an, sechs in Hamburg.

Seit 2013 laufen die Verhandlungen über Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der nach Angaben von Eurowings rund 270 Flugbegleiter. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will die Kosten bei Eurowings um 40 Prozent unter das Niveau von Lufthansa drücken, um so gegen Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet bestehen zu können.

Baublies zufolge hat Ufo erhebliche Zugeständnisse gemacht, ähnliche Tarifbedingungen wie bei anderen Billigfliegern zugesagt und der Auslagerung von Teilen von Eurowings ins Ausland zugestimmt. Bereits vergangene Woche hatte er der Eurowings-Geschäftsführung allerdings vorgehalten, dass sie bereits getätigte Zusagen wieder zurückgezogen habe.

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27.10.2016, 06:00 Uhr

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