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Luftverkehr

Flugzeuge sollen später leiser werden

Die Grenzwerte könnten erst 2021 verschärft werden. Umweltschützer sind alarmiert.

17.01.2019

Von DOROTHEE TOREBKO

Berlin. Die Bundesregierung will die Grenzwerte für den Fluglärm von 2021 an verschärfen. Rund um Flughäfen könnten Flugzeuge in drei Jahren um ein bis drei Dezibel leiser werden. Kitas, Grundschulen und Krankenhäuser sollen künftig leichter an Gelder für Schallschutzmaßnahmen kommen. Während die Regierung den Bericht verteidigt, schlagen Umweltschützer Alarm.

Grund dafür, dass Flugzeuge erst von 2021 an leiser werden, ist eine Evaluierung des Umweltbundesamtes. Ein Sprecher sagte, bevor Grenzwerte verschärft würden, müsse erst festgestellt werden, wie leise Flugzeuge überhaupt werden können. Weder die ein bis drei Dezibel noch das Datum sind demnach in Stein gemeißelt. Sie seien lediglich eine Empfehlung. Das Parlament könne nun darüber entscheiden, ob es eine Reform des Fluglärmgesetzes nicht schon früher gibt: „Wenn der Bundestag es möchte, kann er sofort eine Grenzwertverschärfung vornehmen.“

Die Lobbyverbände des Luftverkehrs begrüßen die genannten Maßnahmen. Ihrer Ansicht nach hat sich seit der Reform des Fluglärmgesetzes 2007 schon einiges getan. So seien in den vergangenen zwölf Jahren die Lärmwerte um 15 Dezibel gesunken. Außerdem wurden die Schutzzonen erweitert und durch die Einführung der Nachtruhe seien Bürger besser geschützt. Eine Sprecherin des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft betont, dass die Fluggesellschaften von 1975 bis 2016 insgesamt 1,12 Milliarden Euro für den passiven Schallschutz ausgaben.

„Dass die Flugverkehrsverbände den Bericht begrüßen, sagt doch schon alles“, sagt die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Grüne). Sie hat den Parlamentskreis Fluglärm gegründet und fordert, dass Fluggesellschaften verpflichtet werden, sich am aktiven Schallschutz zu beteiligen. Das heißt, die Grenzwerte für Flugzeugmotoren und Nachtflugverbote sollten im Gesetz verankert werden. „Viele Menschen leiden unter dem Fluglärm, ihre Lebensqualität ist erheblich eingeschränkt“, sagt sie.

Dass Lärm krank machen kann, belegen Studien. Menschen, die auf Dauer Lärm ausgesetzt sind, leiden demnach häufiger an Herzinfarkten und Schlaganfällen. Bei Kindern kann Lärm sogar die Entwicklung verzögern. Nicht alle haben die Möglichkeit, wegzuziehen. Deshalb sei das, was die Regierung geliefert habe, nicht genug, sagt Rößner. „Das Verkehrsministerium und die Bundesregierung haben sich zum Vollstrecker der Wünsche der Luftbranche gemacht.“

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Erstellt:
17. Januar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Januar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2019, 06:00 Uhr

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