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Ein Zeichen setzen

Förderverein für jüdische Kultur enthüllt Tafel

Der vor wenigen Monaten gegründete „Förderverein für jüdische Kultur“ enthüllt am kommenden Sonntag, 9. Dezember, eine Hinweistafel. Sie erinnert an die Synagoge, die in der Reichspogromnacht von den Nazis zerstört wurde.

07.12.2012

Tübingen. Der zahlenmäßig kleine Verein hatte seine Gründungsversammlung im September. Zwölf Mitglieder sind darin engagiert, unter ihnen der katholische Theologe Karl-Josef Kuschel, der einstige Pfarrer Helmut Zwanger und AL-Stadtrat Bruno Gebhardt-Pietzsch. Vorsitzender des Vereins ist Harald Schwaderer, der früher für die DKP im Stadtrat saß.

Insbesondere „denkmalschützerische Aktivitäten“ will der Verein angehen, so Schwaderer. Er denkt an die Sicherung, Bewahrung und Präsentation der Reste der von den Nazis in der Pogromnacht zerstörten Synagoge in der Gartenstraße. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 legten sie die Synagoge in Schutt und Asche. Übrig blieben zwei Treppenstufen, einige Fundamentsteine und ein Teil des kunstvoll geschmiedeten Gartenzauns.

Was der Verein noch alles bewerkstelligen kann, soll die Diskussion in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, sagt Schwaderer. Angedacht sind Literatur- und Filmabende oder Hebräisch-Kurse. Zunächst jedoch wollen die Mitglieder „ein Zeichen setzen“, sagt der Vorsitzende. Er will an jüdisches Leben in Tübingen erinnern, denn Anfang der 1930er Jahre lebten über 90 Tübinger jüdischen Glaubens in der Uni-Stadt.

Und er will die Eröffnung der Tübinger Synagoge vor 130 Jahren ins Gedächtnis rufen. Am 8. Dezember 1882 öffnete das jüdische Versammlungs- und Gebetshaus erstmals seine Türen. So enthüllt der Verein zusammen mit der Tübinger Geschichtswerkstatt am Sonntag um 15 Uhr vor dem früheren Eingangsbereich in der Gartenstraße 33 (Synagogenplatz) eine 55 mal 40 Zentimeter große Hinweistafel aus Aluminium – mit einem erläuternden Text und einem Bild der Synagoge.

ede

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07.12.2012, 12:00 Uhr

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