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"Bullen" doch nicht auf dem Rückzug

Formel 1: Österreichischer Rennstall rechnet fest mit Motorenvertrag - Spekulation um Rückkehr zu Renault

Die Frage um die Zukunft des Red-Bull-Rennstalls in der Formel 1 ist seit Monaten ein Possenspiel. Nun soll eine Lösung gefunden sein. Wird alles gut?

14.11.2015
  • SID

São Paulo Seit Wochen hält Red Bulls ungewisse Zukunft die Formel 1 in Atem. Kein neuer Motorenpartner war in Sicht, Vorwürfe und Ausstiegsdrohungen prägten die Debatte, der Abschied war nahe. Vor dem Großen Preis von Brasilien (morgen, 17 Uhr/RTL) zeichnet sich nun endlich eine Lösung ab.

Christian Horner versicherte, dass die beiden "Bullen"-Teams von Getränkemilliardär Dietrich Mateschitz auch 2016 zum Starterfeld gehören werden. "Wir haben uns dazu verpflichtet", sagte der 41-jährige Teamchef: "Wir arbeiten hart an einem möglichst konkurrenzfähigen Auftritt." Doch auch in São Paulo kann Horner den künftigen Motorenpartner nicht nennen. Man habe sich "auf eine Lösung eingestellt. Hoffentlich können wir gegen Saisonende mehr sagen". Ist der vermeintliche Durchbruch nur die nahtlose Fortsetzung der Motorenkrise, die Red Bull sich selbst eingebrockt hat? Die lange Jahre erfolgreiche Ehe mit Renault hatte man im Sommer, begleitet von lauten Vorwürfen, für beendet erklärt. Doch die Hoffnung auf einen starken Motor von Mercedes oder Ferrari erfüllte sich nicht, Mateschitz verpokerte sich, denn beide blockten ab: Sie wollen sich keinen weiteren WM-Konkurrenten heranzüchten.

Gut einen Monat ist es her, da schlug Mateschitz noch einmal laut auf die Pauke. Der Milliardär baute eine Drohkulisse auf, bis "Ende Oktober" laufe die Frist für einen neuen Motoren-Vertrag, ansonsten werde man sich aus der Königsklasse zurückziehen. Das alles verschob er zuletzt "um zwei bis drei Wochen" - die nun gefundene Lösung könnte aber ein fauler Kompromiss sein. Horner sagte zwar nichts, doch längst wabern Gerüchte durch das Fahrerlager. So soll tatsächlich die reumütige Rückkehr zu Renault die Hintertür bilden, mit einem weiterentwickelten Motor unter anderem Namen könnte Red Bull Racing dann starten. Das Ausbildungsteam Toro Rosso bekommt demnach einen alten Ferrari-Motor.

Red Bull müsste damit einiges verdauen. In vier Monaten beginnt die neue Saison, schon jetzt ist die Zeit für die Entwicklung viel zu knapp, zudem ist der Renault-Motor weiterhin unterlegen - ein Jahr im grauen Mittelmaß scheint damit unausweichlich.

Formel 1: Österreichischer Rennstall rechnet fest mit Motorenvertrag - Spekulation um Rückkehr zu
Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing: "Wir arbeiten hart an einem möglichst konkurrenzfähigen Auftritt." Foto: dpa

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14.11.2015, 12:00 Uhr

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