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Sozial interessiert

Forscher befassten sich mit Ruf künftiger Lehrer

Angehende Gymnasiallehrer sind besser als ihr Ruf. Zu diesem Fazit kommt eine Studie. An ihr war der Tübinger Bildungsforscher Ulrich Trautwein beteiligt.

16.12.2014
  • kai

Tübingen. Studierende, die Lehrer werden wollen, bringen oft schlechtere Noten oder eine geringere Motivation mit: Diese Annahme bestätigen einige Studien. Prof. Ulrich Trautwein von der Uni Tübingen und seine Kollegin Janina Roloff Henoch aus Kiel wollten diese negativen Stereotypen über Lehramtsstudierende und Lehrer überprüfen.

Ihre Untersuchung, die in der internationalen Fachzeitschrift „Learning and Instruction“ erscheint, ging der Frage nach, wer Lehrer wird. Besonderes Augenmerk galt der Hypothese von der negativen Selektion. Sie spielt in den Diskussionen um den Mangel an hochqualifizierten Lehrern, besonders in den sogenannten MINT-Fächern – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – immer wieder eine Rolle. Für sie fanden die Bildungsforscher aber keine Beweise.

Trautwein und Roloff Henoch werteten Längsschnittdaten von mehr als 1400 Studierenden aus Baden-Württemberg aus. Sie verglichen, wie es in einer Pressemitteilung der Uni Tübingen heißt, „die demografischen, kognitiven und persönlichen Merkmale“ der Studierenden an Universitäten, die Lehrer werden möchten, und der Studierenden anderer Fachgebiete miteinander. Ein Ergebnis: Vor allem soziale Interessen bewogen die angehenden Gymnasiallehrer, sich für dieses Studium zu entscheiden.

Anders als in den meisten Untersuchungen erfassten die Wissenschaftler vom Tübinger Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung und vom Kieler Leibniz-Institut Leistungen und Motivationen der Lehramtsstudierenden und ihrer Kommilitonen schon beim Abitur. So wollten sie ausschließen, dass sich bei der Befragung erste Effekte des Studiums in den gemessenen Werten niederschlagen könnten.

Die Forscher unterschieden zwischen Geistes- und Naturwissenschaften. Sie fanden auch hier keinen Beleg dafür, dass sich wegen besserer Verdienste in der freien Wirtschaft nur schlechte Abiturienten in Mathe- oder Naturwissenschaft fürs Lehramt einschreiben.

Negative Bilder von Lehrern erklären sich die Forscher mit den verschiedenen Anforderungen im Studium. Künftige Lehrer haben zwei Fächer und zusätzlich pädagogische Seminare. Am Ende ihres Studiums, so Trautwein, seien sie „breiter ausgebildet“. Sie hätten in den beiden Fächern aber wohl weniger Kompetenzen als die Spezialisten.

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16.12.2014, 12:00 Uhr

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