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Gigantische Fundstelle

Forscher entdeckten in China Massen von fossilen Schildkröten

Der Tübinger Biogeologe Walter Joyce kann es kaum fassen. So viele fossile Schildkröten aus der Jurazeit hat er mit seinen Forscherkollegen im Nordwesten Chinas entdeckt.

27.10.2012
  • Hans-Joachim Lang

Tübingen. Mesa Chelonia in der Wüste nahe der chinesischen Stadt Shanshan: Was heute eine der trockensten Regionen der Erde ist, war vor etwa 160 Millionen Jahren eine grüne Fluss- und Seelandschaft, in der es vor Leben wimmelte. Das belegen auch Überreste von Haien, Krokodilen, Säugetieren und Dinosauriern. In den vergangenen fünf Jahren unternahmen dort die beiden Paläontologen Oliver Wings und Walter Joyce mit chinesischen Kollegen mehrfach Expeditionen und erforschten Fossile aus der Jurazeit. Oliver Wings ist Gastwissenschaftler am Museum für Naturkunde Berlin und Walter Joyce ist Biogeologe am hiesigen Paläontologischen Institut.

„Knochen über Knochen, wir haben unseren Augen nicht getraut“, schwärmt Wings. Die Panzer lagen teilweise dicht gestapelt. Und Joyce fügt hinzu: „Wahrscheinlich haben wir mit dieser Fundstelle die bekannte Individuenzahl von jurassischen Schildkröten mehr als verdoppelt.“ Es handelt sich bei der Schicht um ein sogenanntes ‚bone bed‘, ein Knochenlager, das in diesem Fall ausschließlich aus Schildkrötenresten besteht. Die Bergung war allerdings harte Arbeit, bei der auch Steinsägen eingesetzt werden mussten.

Die vor wenigen Jahren im Rahmen einer Kooperation mit chinesischen Paläontologen entdeckte spektakuläre Fundstelle von etwa 1800 fossilen Schildkröten aus der Jurazeit wurde soeben in der interdisziplinären Fachzeitschrift ‚Naturwissenschaften‘ beschrieben. Die Autoren vermuten, dass sich die Schildkröten während einer Dürreperiode an einem verbliebenen Wasserloch gesammelt und auf die Rückkehr des Regens gewartet haben. Der kam aber wohl zu spät, viele Schildkröten waren bereits verendet. Als das Wasser später doch zurückkehrte, kam es mit gewaltiger Kraft: Heftige Regenfälle verursachten einen Schlammstrom, der Schildkröten und frisch abgelagerte Sedimentschichten mit sich riss und nach kurzen Transport ablagerte. Belege für diesen Ablauf fanden sich in den die Schildkröten umgebenden Gesteinsschichten.

Forscher entdeckten in China Massen von fossilen Schildkröten
Block der Schildkrötenschicht während der Präparation. Bild: Universität

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27.10.2012, 12:00 Uhr

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