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Fieberkrämpfe bei Kindern

Forscher finden genetische Ursache

Fieberkrämpfe bei Kindern haben genetische Ursachen. Das fand ein internationales Forscherteam heraus, dem auch Tübinger Neurologen angehören.

06.11.2014

Tübingen. Fieberkrämpfe gehören zu den gefürchtetsten Komplikationen bei Infektionen im Kleinkindalter. Ein internationales Forscherteam um Experten der Universitäten Tübingen, Löwen und Luxemburg hat nun eine bislang unbekannte Ursache für diese häufigste Form epileptischer Anfälle von Kleinkindern nachzuweisen. Wie eine im Fachmagazin „Nature Genetics“ erschienene Studie zeigt, sind Mutationen im Gen STX1B für die krankhaften Reaktionen auf Fieber verantwortlich.

Neue Therapien gegen schwere Epilepsien

Die Genmutationen führen zu einer gestörten Regulation in der Freisetzung bestimmter Botenstoffe von Nervenzellen. Vermehrte, unwillkürliche elektrische Entladungen im Gehirn und somit epileptische Fieberkrämpfe sind die Folge. Die neu entdeckten Genveränderungen können langfristig zudem schwere Epilepsien und geistige Behinderungen verursachen. Die Wissenschaftler hoffen, aufgrund ihrer Entdeckungen neue Therapien entwickeln zu können.

Fieberkrämpfe sind die häufigste Form epileptischer Anfälle und betreffen rund zwei bis vier Prozent aller Kinder weltweit. Sie ereignen sich häufig im Alter von drei Monaten bis fünf Jahren und können schon bei leicht erhöhter Temperatur auftreten. Entscheidender als die Höhe des Fiebers scheint die Geschwindigkeit des Fieberanstiegs zu sein. „Dies erklärt, warum Kinder einen Fieberkrampf haben können, noch bevor die Eltern überhaupt merken, dass ihr Kind krank ist“, sagt Prof. Holger Lerche, Ärztlicher Direktor der Abteilung Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie des Tübinger Uni-Klinikums und Vorstand am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) der Universität Tübingen.

Umstände sind noch wenig bekannt

In den meisten Fällen hören die Anfälle bis zum Schulalter von selbst auf und Schäden bleiben nur in seltenen Ausnahmefällen. Die Umstände, die dazu beitragen dass sich aus einfachen Fieberkrämpfen eine Epilepsie entwickelt, sind immer noch wenig bekannt. „Die genetische Veranlagung spielt dabei eine wichtige Rolle. Welche Veränderungen des Erbgutes das im Detail sind, war bisher nur unzureichend bekannt“, so die Ko-Initiatorin Prof. Yvonne Weber, leitende Oberärztin der Abteilung Neurologie des Uni-Klinikums. ST

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06.11.2014, 12:00 Uhr

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