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Tübingen

Forscher stellen Aufnahmen von Mundartsprechern ins Netz

Tübinger Sprachwissenschaftler haben eine interaktive Karte mit Dialekt-Aufnahmen aus Baden-Württemberg ins Internet gestellt.

08.03.2018

Von dpa/lsw

Sprachwissenschaftler Hubert Klausmann hat einen «Sprechenden Sprachatlas» erstellt. Foto: C. Schmidt dpa/lsw

Tübingen. «Wir haben den alten Ortsdialekt erfasst, bevor er verschwindet», sagte Projektleiter Hubert Klausmann vor der Vorstellung des Projektes am Donnerstag. Der erste sogenannte sprechende Sprachatlas für den gesamten Südwesten zeigt die Vielfalt der Mundart. 57 Dialektsprechern wurden nach Vorbild eines bereits existierenden Sprachatlasses für Bayern 200 Fragen unter anderem zu Bereichen wie Natur oder Haushalt gestellt. Im Netz kann zum Beispiel nachgehört werden, wie Löwenzahn bezeichnet wird - Gackelesbusch, Bettbrunzer, Rossblume und Saustock sind nur wenige Kostproben.

Oft werde nur noch nach Feierabend Dialekt gesprochen, weil bei der Arbeit oft Standardsprache gefordert sei, sagte der Forscher von der Tübinger Arbeitsstelle Sprache in Südwestdeutschland/Arno-Ruoff-Archiv. «Es wird interessant sein, wie die Entwicklung weggeht von Ortsdialekten zu Regionalsprachen», so Klausmann.

Klausmann und sein Team waren im Projekt zurückgeworfen worden, nachdem das Gebäude ihrer Arbeitsstelle im März 2017 ausgebrannt war. Neben Nachschlagewerken gingen dank bereits erfolgter Digitalisierung nur wenige Dialektaufnahmen verloren.

Sprachwissenschaftler Hubert Klausmann hat einen «Sprechenden Sprachatlas» erstellt. Foto: C. Schmidt dpa/lsw

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Erstellt:
8. März 2018, 06:49 Uhr
Aktualisiert:
8. März 2018, 08:20 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. März 2018, 08:20 Uhr

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