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Berlin

Forscherinnen veröffentlichen weniger

Aus Forschungsergebnissen von Frauen wird seltener zitiert als aus denen von Männern. Allerdings veröffentlichen Frauen auch weniger Artikel.

06.11.2015
  • DPA

Berlin Der Anteil von Frauen in der Forschung ist fächerübergreifend gestiegen, von rund 28 Prozent im Jahr 2010 auf fast 31 Prozent im Jahr 2014. Allerdings veröffentlichen Frauen weniger Studien als ihre männlichen Kollegen und werden auch seltener zitiert. Das ist ein Ergebnis des Reports "Mapping Gender in the German Research Area".

Den Report hat ein Team des Elsevier-Verlags mit Hilfe einer Datenbank erstellt. Nach eigenen Angaben hat es unter anderem fast 709 000 veröffentlichte Dokumente von mehr als 405 500 Forschern ausgewertet, jeweils fünf Jahre oder später nach der Veröffentlichung.

Das Ergebnis: Publikationen von Frauen sind seltener zitiert worden als die von Männern. Im Zeitraum von 2010 bis 2014 lag der durchschnittliche Zitierungswert (FWCI genannt) von weiblichen Forschern demnach bei 1,68 und damit etwas unter dem der männlichen mit 1,75.

Prof. Martina Schraudner, die Leiterin des Fachgebiets Gender und Diveritsy-Aspekte an der Technischen Universität Berlin, hält dafür verschiedene Gründe für möglich. Seilschaften zwischen männlichen Wissenschaftlern seien eine denkbare Erklärung. Hinzu komme, dass sich Frauen in Fächern mit ähnlich hohem Männeranteil tendenziell eher mit neueren, unbekannteren Themenbereichen befassten. "Bis ein Thema sich als relevant festsetzt, sind aber etwa zehn Jahre nötig." Erst dann werde regelmäßig aus entsprechenden Texten zitiert.

Forscherinnen veröffentlichen ihre Ergebnisse seltener, hat der Report festgestellt. Von 2010 bis 2014 kamen sie auf 2,07 Publikationen im Jahr, während Männer auf 2,34 Publikationen kamen. In leitenden Positionen sind die Publikationsraten ähnlich groß.

Schraudner sagte: "Man kann entweder relativ lange an einem Thema arbeiten oder in vielen kleinen Scheibchen publizieren." Und: Möglicherweise gehe bei Forscherinnen Qualität eher vor Quantität.

In eher männlich dominierten Fächern veröffentlichen Frauen überdurchschnittlich viele Ergebnisse. So waren es in den Fächern Physik und Astronomie beispielsweise jährlich 4,03 Publikationen pro Jahr - im Gegensatz zu 3,27 jährlichen Publikationen der Männer. Schraudner sagte, das könne auch daran liegen, dass Frauen sich dort besonders beweisen wollten.

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06.11.2015, 12:00 Uhr

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