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Kleine Hochschule wächst zu Semesterbeginn

Forsthochschule Rottenburg bekam neuen Studiengang

Die Forsthochschule vergrößert sich auf knapp 800 Studierende. Rektor Bastian Kaiser und Oberbürgermeister Stephan Neher begrüßten die Erstsemester der neuen Studiengänge.

06.10.2012
  • Martin Zimmermann

Rottenburg. „Trotz des Wachstums sind wir immer noch die kleinste Exzellenz-Hochschule Deutschlands“, sagte Rektor Bastian Kaiser den neuen Studierenden. Das habe einen Vorteil: „Hier kennt man sich. Hier hilft man sich.“ Mit neuen Studiengängen und fünf neuen Professoren hat sich die Forsthochschule auf den Doppel-Abiturjahrgang vorbereitet.

Der Architekt Ludger Dederich wird künftig Holzbau lehren, Steffen Abele die Ökonomie ländlicher Räume, Bernhard Heislbetz erklärt mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen im Ingenieurwesen, Thomas Gottschalk Naturraum und Regionalentwicklung, und Harald Thorwarth unterrichtet Feuerungstechnik. Vier weitere Berufungen sollen folgen. Bis zum Jahr 2015 soll die Hochschule auf 1100 Studierende anwachsen.

Wohnungsnot wie in den klassischen Studentenstädten Tübingen oder Freiburg scheint in Rottenburg nicht zu herrschen. Auf die Frage Kaisers, wer noch keine Wohnung habe, ging nur eine Hand nach oben.

Der kanadische Austauschstudent Gustav Kessler wohnt bei seiner Oma in Hirrlingen. Sein Vater war vor 20 Jahren von dort nach Montreal ausgewandert. Elena Weihrauch ist 22, stammt aus Stuttgart und wohnt seit einem Jahr mit ihrem Freund in Rottenburg. Sie beginnt den neuen Studiengang „Naturraum- und Regionalmanagement.“ Prof. Heidi Megerle hat ihn entwickelt, ebenso wie zuvor den Studiengang „Ressourcenmanagement Wasser“, dessen erster Jahrgang im Sommersemester den Bachelor-Abschluss macht.

Berufspraxis für Professoren unerlässlich

Worauf muss man achten, wenn man einen neuen Studiengang kreiert? Megerle betont die Praxisbezogenheit der neuen Studiengänge: „Ich darf nicht einfach Orchi deenfächer für das Studieren in die akademische Arbeitslosigkeit kreieren“, sagt die Geografin. Vielmehr seien die fünf in den vergangenen Jahren neu eingerichteten Studiengänge daran ausgerichtet, was der Arbeitsmarkt benötigt.

Unterstützung und Input lieferten dabei auch die Industrie- und Handelskammer (IHK), der Deutsche Hotel und Gaststättenverband (Dehoga) sowie der Tourismusverband Schwäbische Alb. Bei der Auswahl der Dozenten wird darauf geachtet, dass sie nicht nur akademische sondern auch außeruniversitäre Berufserfahrung vorweisen. „Bei einem Professor, den wir berufen wollten, hat das Ministerium Einspruch eingelegt, weil er nicht genug Berufspraxis vorweisen konnte“, sagte Megerle, die in ihrem neuen Studiengang Technik, Gesellschaftswissenschaften und Naturwissenschaften kombiniert. So will sie Studierende möglichst genau auf ihren Beruf etwa im Landschaftstourismus oder der Regionalplanung im ländlichen Raum vorbereiten.

Eine Akkreditierungskommission wird die Forsthochschule im kommenden Sommersemester besuchen und den neuen Studiengang auf seine Studierbarkeit hin untersuchen. „Dabei werden dann auch Studierende ohne unser Beisein befragt, zum Beispiel dazu, ob der Lernstoff in der dafür vorgegebenen Zeit zu schaffen ist“, sagte Megerle.

Stephan Neher warb für den Erstwohnsitz

Schließlich soll den Studierenden Zeit bleiben, die Vorzüge Rottenburgs zu erkunden. Oberbürgermeister Stephan Neher empfahl ihnen, die Heimspiele der Bundesliga-Volleyballer und das Kino Waldhorn. Auch Gaststätten und Einzelhändler in Rottenburg freuten sich auf sie: „In Rottenburg feiern wir gerne. Ich hoffe die Studenten feiern noch so gern wie früher.“

Neher warb bei den Studenten dafür, in Rottenburg ihren Erstwohnsitz anzumelden. „Jeder Student mit Erstwohnsitz bringt der Stadt 1000 Euro“, sagte er. Rektor Kaiser empfahl das Studium individuell zu gestalten und „nicht an der Stelle rauszugehen, wo der Zaun am niedrigsten ist.“ Das Studium sei eine Zeit der Freiheit: „Sie sind noch niemandem außer sich selbst verpflichtet. Außer sie haben einen Hund.“

Forsthochschule Rottenburg bekam neuen Studiengang
Oberbürgermeister Stephan Neher (links) und Hochschul-Rektor Bastian Kaiser (ganz rechts) stellen den Studierenden ihre Professoren vor: In der zweiten Reihe (zwischen den beiden von links) Daniela Ludin, Steffen Bold, Matthias Friedle, Steffen Abele und Martin Brunotte.

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06.10.2012, 12:00 Uhr

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