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Huldigung an Hagelloch

Fotoband von Jürgen Braun über den Tübinger Stadtteil am Schönbuchrand

Er versteht seine Aufnahmen als „Huldigung“ an seinen Wohnort und hat den Stadtteil Hagelloch anderthalb Jahre lang bei jeder Jahreszeit fotografiert. Rechtzeitig zu Weihnachten hat der Hagellocher Verlag „Hepper Printmedien“ einen Fotoband von Jürgen Braun herausgebracht.

18.12.2012
  • Christiane Hoyer

Hagelloch. Auf über 80 Seiten hat der 75-jährige Fotograf Landschaft, Häuser, Menschen und Stimmungen aufgenommen, die Hagelloch am südlichen Rand des Schönbuchs auszeichnen: ein dörflich strukturierter Stadtteil mit Streuobstwiesen, ländlichen geprägten Traditionen und viel Natur. Die kurzen Bildtexte von Jürgen Christner sind bewusst auch auf Schwäbisch verfasst.

Der Fotograf Jürgen Braun ist für die Hagellocher ein Reingeschmeckter. Der gebürtige Essener kam übers Studium nach Süddeutschland und lernte hier seine Frau kennen. 1976 zogen die Brauns nach Hagelloch – und sind bis heute dortgeblieben. Bei der 900-Jahr-Feier stellte auch Braun erste Farbfotos von Hagelloch aus. So wurde der Ortsvorsteher Martin Lack auf ihn aufmerksam. „Da haben Sie sich aber bis jetzt in Hagelloch gut versteckt“, stellte Lack fest, berichtet Braun über seinen ersten Kontakt mit dem Ortsvorsteher.

Jürgen Braun war lange Berufspendler. Als Lehrer für Geographie und Französisch unterrichtete er an einem Gymnasium in Horb. Wegen seiner Liebe zur Fotografie reduzierte er seinen Lehrauftrag. Im Auftrag einer Fotoagentur spezialisierte sich Braun, dessen Vater Maler und Grafiker war, zunächst auf die Reisefotografie. So entstanden viele Merian-Hefte mit seinen Aufnahmen, auch HB-Bildatlanten. Später kam die Pressefotografie dazu – unter anderem für die Sonntagsausgabe der Südwest Presse und das SCHWÄBISCHE TAGBLATT.

Seit 1975 gibt Jürgen Braun außerdem regelmäßig Kurse an der Volkshochschule Tübingen über „gestaltete Fotografie“. Das ist für ihn bis heute wichtiger als die Technik. „Ich bin kein Technik-Freak“, sagt Braun. Viele wunderten sich, dass er mit einer Pentax unterwegs ist und wenig von digitaler Bildbearbeitung hält. Wenn er einen Bildausschnitt auswählt, „bleibt dies auch so“, sagt er. Auch Brauns Vorliebe fürs Fotografieren ohne Blitzlicht ist trotz Umstellung aufs digitale Fotografieren im Jahr 2008 geblieben. Besonders an den Innenaufnahmen, die Braun in seinem Fotobuch über verschiedene Vereinsaktivitäten in Hagelloch gemacht hat, ist dies zu erkennen.

Besonderes Augenmerk hat der Hagellocher auf die Einbettung des Stadtteils in die Umgebung gelegt. Dabei sind zu jeder Jahres- und Tageszeit eindrucksvolle Stimmungsbilder entstanden. Die Menschen, die in Hagelloch leben, hat Jürgen Braun vor allem im Kontext ihres Vereinsalltags abgebildet – dies war auch ein Zugeständnis an die lebhafte Vereinskultur im Ort. Braun selber ist Mitglied im Dorf-und Kulturverein Hagelloch, der beim Entstehen des Buches mitgewirkt hat, Mitglied Jürgen Christner schrieb die Bildtexte.

Ohne Sponsoren wie die Stadtwerke oder Kreissparkasse wäre der Fotoband allerdings wohl nicht zustande gekommen. Braun selber hat die Fotos honorarfrei und mit viel Entdeckerfreude aufgenommen. In seiner kommenden Volkshochschul-Ausstellung im Februar werden dann aber „Menschen“ im Mittelpunkt seiner Fotos stehen – nicht nur Hagellocher. Wer noch ein passendes Weihnachtsgeschenk sucht, kann den Bildband direkt beim Verlag bestellen oder kaufen. Von den 250 gedruckten Exemplaren haben sich schon viele Hagellocher beim Weihnachtsmarkt etliche Exemplare zum Subskriptionspreis besorgt. Bild: Sommer

Info: „Hagelloch. Bilder vom Fleckâ, fotografiert von Jürgen Braun“, 19,80 Euro; Hepper Printmedien und Verlag; Telefon: 0 70 71/ 610 569

Fotoband von Jürgen Braun über den Tübinger Stadtteil am Schönbuchrand
Im Februar 2012 entstand diese Aufnahme von Hagelloch. „Mr mues oineweag no ghörig eiheizâ“, schreibt Jürgen Christner dazu.Bild: Jürgen Braun

Fotoband von Jürgen Braun über den Tübinger Stadtteil am Schönbuchrand
Jürgen Braun

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18.12.2012, 12:00 Uhr

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