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Bilder einer Ausstellung

Fotos und Selfies: Was man im Museum darf und was nicht

Statt sich Kunstwerke anzusehen, machen viele Museumsbesucher lieber Fotos davon - manche gar mit Selfiestick. Was ist eigentlich erlaubt?

27.04.2016
  • DAVID FISCHER, DPA

Düsseldorf. Darf ich nun oder nicht? Wer beim Museumsbesuch die Kamera zückt, ist sich diesbezüglich oft nicht sicher. Als gängige Annahme gilt: Blitzlicht schadet Kunstwerken - auch wenn das kaum der Fall sein dürfte. Doch oft gibt es einen anderen Grund, weshalb Handys und Fotoapparate beim Eintritt in Kunstsammlungen in der Tasche bleiben müssen. Und das hat nicht mit der Foto-Funktion, sondern mit Smartphones zu tun. Im Folgenden sind die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema aufgelistet.

Im Museum zu fotografieren: Ist das generell untersagt? Auch wenn der subjektive Eindruck täuschen mag: Trotz einiger Warnschilder an den Eingängen von Museen gibt es in Deutschland kein generelles Fotografie-Verbot. Jedes Museum bestimme dies selbst, erläutert die Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbunds, Anja Schaluschke. Nicht nur im Kölner Museum Ludwig legen Künstler oder die Besitzer der Kunstwerke selbst fest, ob Besucher ihre Kameras auspacken dürfen. "An die Vorgaben müssen wir uns halten", sagt Sprecherin Anne Niermann.

Was ist der Grund für ein Foto-Verbot? Museen bestünden darauf vor allem wegen des Urheberrechts an zeitgenössischen Werken, erklärt Schaluschke. Das Bildrecht erlösche erst 70 Jahre nach dem Tod eines Künstlers. Daher ist Fotografieren vor allem bei Sonderausstellungen mit Werken aus der jüngeren Entstehungszeit nicht willkommen. "Es besteht die Sorge, dass Fotos in sozialen Netzwerken kursieren", sagt Niermann aus Köln. Bei der aktuellen Joan-Mitchell-Ausstellung sei das Fotografieren von Vitrinen vom Leihgeber - der Joan Mitchell Foundation - nicht erlaubt worden.

Wie haben die meisten Museen das Fotografieren geregelt? In vielen Häusern sind in den Räumen der Dauerausstellung private Fotos erlaubt, etwa in den Staatlichen Museen zu Berlin oder im Kunstmuseum Stuttgart. "Was die Leute mit den Aufnahmen machen, hätten wir sowieso nicht in der Hand und könnten dies nicht kontrollieren", sagt eine Stuttgarter Museums-Sprecherin dazu.

Aber es gibt es doch sicherlich Sonderfälle? Um die fast 3500 Jahre alte Büste der Nofretete hat das Neue Museum in Berlin eine Art Sperrgebiet für Fotos eingerichtet. Man wolle damit dem Mona-Lisa-Effekt wie im Pariser Louvre vorbeugen, "damit nicht alle mit dem Handy davorhängen", sagt eine Museums-Sprecherin. So habe jeder die Möglichkeit, sich die Büste in Ruhe aus der Nähe anzuschauen.

Was führt bei Besuchern zu Irritationen? "Viele Menschen beziehen sich darauf, dass sie die Fotos nur für private Zwecke aufnehmen", sagt Museumsbund-Geschäftsführerin Anja Schaluschke weiter. Jedoch könnten viele Besucher übersehen, dass das Hochladen auf ein privates Facebook-Profil juristisch als öffentliche Nutzung betrachtet werden könne. Die versehentliche Verbreitung von Fotografien oder Aufnahmen von Kunstwerken hat manchem Internetnutzer bereits Ärger durch Abmahnungen eingebracht.

Wie stehen Museen zu Selfie-Sticks? Die Teleskop-Arme zählen in den Staatlichen Museen zu Berlin zu "sperrigen und scharfkantigen Gegenständen" - und sind damit verboten. Auch in die Häuser der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen dürfen die angesagten Stangen, an denen Handys zum Fotografieren befestigt werden können, nicht mitgebracht werden. Vom Gefahrenpotenzial her unterscheidet sich die Armverlängerung nach Auffassung der Museen nicht von Regenschirmen, mit denen man versehentlich die Kunstwerke aufspießen könnte. Auch viele Museen im Ausland haben den Selfie-Stick auf die "schwarze Liste" gesetzt - vom Museum of Modern Art in New York bis zu den Vatikanischen Museen. Liberaler sind die Londoner: Im British Museum dürfen die Besucher den Selfie-Stick auspacken. Größere Ausrüstung wie Stative oder spezielle Hilfsmittel zur Beleuchtung müssen aber auch dort genehmigt werden.

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27.04.2016, 06:00 Uhr

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