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"Mehr Luftschläge gegen IS"

Frankreichs Präsident will UN-Mandat für Anti-Terror-Kampf

War der Terror von Paris nur der Anfang? Die Miliz Islamischer Staat stößt neue Drohungen aus, auch Frankreichs Regierung warnt - und will kämpfen. Dafür bittet Präsident Hollande um internationalen Beistand.

17.11.2015
  • AFP/DPA

Paris Frankreichs Präsident François Hollande hat angekündigt, den UN-Sicherheitsrat im Kampf gegen die Terrormiliz anzurufen. Frankreich fliegt regelmäßig Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und im Irak, wo die Miliz weite Landstriche beherrscht.

Frankreichs Präsident will UN-Mandat für Anti-Terror-Kampf
Frankreichs Präsident François Hollande trifft zu einer außerordentlichen Parlaments- und Senatssitzung in Versailles ein.

Er berichtete vor dem Kongress, der Versammlung beider Parlamente Nationalversammlung und Senat, die Anschläge in Paris seien in Syrien beschlossen und geplant und dann teils von Franzosen in Belgien organisiert worden. "Es ist grausam, das zu sagen: Aber es waren Franzosen, die andere Franzosen getötet haben."

Hollande will zudem die Sicherheitskräfte deutlich aufstocken. In den kommenden zwei Jahren sollten bei Polizei und Gendarmerie 5000 neue Stellen geschaffen werden, kündigte er an. Zudem will Hollande eine Nationalgarde aus Reservisten schaffen. Gleichzeitig will der französische Präsident keine weiteren Kürzungen der Ausgaben im Verteidigungshaushalt zulassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich beim G20-Gipfel im türkischen Belek bei Antalya nicht konkret zu Spekulationen, ob ein UN-Mandat für einen internationalen Einsatz gegen den IS in Syrien mit Beteiligung der Bundeswehr vorbereitet werde.

Frankreichs Präsident will UN-Mandat für Anti-Terror-Kampf
Schweigeminute vor dem Café Carillon, einem der Orte der Anschläge in Paris. Foto: afp

Die Terrorserie von Paris könnte nach Befürchtung der französischen Regierung nur der Auftakt einer Angriffswelle sein. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bereite weitere Attacken gegen Europa und seine Verbündeten vor, warnte Premierminister Manuel Valls. Auch der IS drohte in einer neuen Videobotschaft mit weiteren Anschlägen. Drahtzieher der Attacken von Paris könnte laut Medien der gesuchte belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud sein. Die Polizei fahndete zudem nach weiteren flüchtigen Komplizen.

In Frankreich durchsuchte die Polizei landesweit rund 170 Wohnungen und nahm 23 Verdächtige fest. Dabei wurden 31 Waffen beschlagnahmt, darunter in Lyon ein Raketenwerfer. Ziel der Razzien war nach Regierungsangaben vor allem, weitere Anschlagspläne zu vereiteln. Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte an, auch Moscheen zu schließen, in denen radikales Gedankengut verbreitet werde.

Auch in Belgien gab es neue Razzien. Spezialeinsatzkräfte suchten am Montag in Brüssel vor allem nach dem flüchtigen Belgier Salah Abdeslam - allerdings erfolglos. Der 26-Jährige ist der Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris und zur Fahndung ausgeschrieben.

Das Auswärtige Amt identifizierte am Montag ein zweites deutsches Todesopfer. "Wir müssen leider bestätigen, dass ein weiterer deutscher Staatsangehöriger unter den Todesopfern der Anschläge von Paris ist", teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin mit. Angaben zu Alter und Geschlecht des Opfers machte der Sprecher nicht. Schon bekannt war, dass ein 28-jähriger Architekt aus Oberbayern erschossen wurde, der schon länger in Paris lebte.

Mit einer Schweigeminute wurde in Frankreich und europaweit der Opfer von Paris gedacht.

In einer neuen Videobotschaft drohte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Frankreich und seinen Verbündeten mit weiteren Terrorangriffen. "Wir erneuern unseren Aufruf an die Muslime in Europa, im ungläubigen Westen und überall, die Kreuzfahrer in ihrer Heimat und wo immer sie sind zu attackieren", sagt ein Sprecher. Die Authentizität des Videos ließ sich zunächst nicht überprüfen.

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17.11.2015, 12:00 Uhr

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