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Gelebte Solidarität

Franzosen übernachten mit dem DFB-Team im Stade de France

Letztendlich ist es eine Randgeschichte. Aber sie sagt dennoch viel aus. Nach den Terroranschlägen fahren die Spieler Frankreichs nicht nach Hause, sondern bleiben mit ihren deutschen Kollegen im Stadion.

16.11.2015
  • THOMAS GOTTHARDT

Ulm Die Entscheidung steht: Die deutsche Nationalmannschaft wird morgen (20.45 Uhr) in Hannover gegen die Niederlande antreten. Aber ob irgendjemand über Fußball reden oder nur nachdenken wird, erscheint mehr als fraglich. Zu sehr ist die Terror-Nacht von Paris noch in den Köpfen der Spieler und der Verantwortlichen des deutschen Fußball-Bundes (DFB). Und nicht nur in deren.

"Ich bin immer noch fassungslos darüber, was am Freitag passiert ist. Ich möchte allen, die von dieser Tragödie betroffen sind, mein tiefstes Mitgefühl aussprechen. Zusätzlich möchte ich aller Opfer in Beirut gedenken, die bei den Anschlägen am Tag zuvor ums Leben gekommen sind. Egal, aus welchem Teil der Erde man kommt oder welcher Religion man angehört - wir sind vereint", sagte Bastian Schweinsteiger, der Kapitän der DFB-Auswahl, stellvertretend für die Mannschaft.

Der Weltmeister erfuhr zusammen mit seinen Mitstreitern bei der 0:2-Niederlage im Stade de France ein hohes Maß an Solidarität. Das DFB-Team hatte sich angesichts der nicht klaren Sicherheitslage dafür entschieden, im Stadion zu bleiben und dort zu übernachten. Die französischen Fußball-Kollegen dachten nicht daran, nach Hause zu fahren, obwohl sie das Stadion hätten verlassen dürfen, und übernachteten ebenfalls in den Katakomben. "Das war eine grandiose kameradschaftliche Geste", sagt DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball. Matratzen wurden ausgelegt, aber nur wenige konnten tatsächlich schlafen. Manche beteten, andere hörten Musik, wieder andere versuchten, sich mit Gesprächen abzulenken. Erst am Morgen gegen acht Uhr konnten die Spieler zum Flughafen fahren und zu ihren Familien fliegen. "Die Bilder werden uns noch lange begleiten", formulierten sie gemeinsam.

Bundestrainer Joachim Löw verzichtet gegen die Niederländer, die sich nicht für die EM 2016 qualifizieren konnten, auf einige Akteure. Schweinsteiger, Manuel Neuer, Jerome Boateng, Jonas Hector, Lukas Podolski und Leroy Sane stehen nicht mehr im Kader. Neuer, Podolski und Schweinsteiger erhalten vom Bundestrainer eine Pause, Hector fehlt wegen eines Pferdekusses im Oberschenkel, Boateng wegen einer Sehnenreizung in der rechten Kniekehle. Aus dem Kader des Spiels gegen Frankreich fehlt auch Youngster Sane. Der Schalker, der in Paris sein Debüt gefeiert hatte, reiste wie vorgesehen zur U-21-Nationalmannschaft, die morgen (18 Uhr/Eurosport) in Fürth das wichtige EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich bestreitet. Ron-Robert Zieler, Bernd Leno oder Kevin Trapp werden für Neuer im Tor stehen.

Franzosen übernachten mit dem DFB-Team im Stade de France
Niedergeschlagen nach dem Spiel im Stade de France: Jerome Boateng, Sami Khedira, Mario Gomez und Bastian Schweinsteiger. Foto: dpa

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16.11.2015, 12:00 Uhr

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