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Frau brutal die Treppe hinuntergetreten
Das Foto aus einer Videosequenz zeigt die gesuchten Männer nach der Tat. Das Opfer liegt am Fuß der Treppe. Foto: Polizei Berlin/dpa
Gewalttat

Frau brutal die Treppe hinuntergetreten

Die Polizei in Berlin fahndet mit einem Video nach dem Täter.

10.12.2016
  • DPA

Berlin. Brutaler Angriff auf eine junge Frau in einem U-Bahnhof in Berlin-Neukölln: Ein Video einer Überwachungskamera zeigt, wie die 26-Jährige kurz nach Mitternacht im U-Bahnhof Hermannstraße langsam die Treppe zum Bahnsteig hinuntergeht. Vier junge Männer tauchen auf. Einer geht hinter ihr her und tritt ihr unvermittelt mit Wucht in den Rücken. Daraufhin stürzt die Frau kopfüber mehrere Stufen hinab und landet mit Gesicht und Oberkörper auf dem Treppenabsatz.

Der Täter beobachtet den Sturz, zieht an seiner Zigarette und geht zusammen mit seinen Begleitern einfach weiter. Das Opfer musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Die Tat geschah bereits am 27. Oktober, am Donnerstag hat die Polizei es veröffentlicht und um Hinweise zum Täter gebeten. Einen Tag zuvor hatte die „Bild“ das Video bereits im Internet gezeigt. Jetzt gehen die Ermittler sechs Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Details nannte eine Polizeisprecherin am Freitag allerdings nicht. Ob der Vorfall eine Vorgeschichte hat – ob sich Täter und Opfer womöglich bereits vorher im Bahnhof begegnet waren –, sei Gegenstand der Ermittlungen, hieß es von der Polizei.

Die Tat hatte bundesweit Empörung ausgelöst. In einigen Medien ging es am Freitag ausgehend von dem Fall um die Frage, ob Gewalt in der Gesellschaft generell zunimmt und extremer wird. Der Berliner „Tagesspiegel“ verwies allerdings darauf, dass sich in der polizeilichen Kriminalitätsstatistik keinerlei Verrohung Berlins belegen lässt. Im Gegenteil: Rohheitsdelikte und Gewaltkriminalität sind seit Jahren rückläufig und auf Zehn-Jahres-Tiefstständen.

Der SPD-Politiker und Ex-Bürgermeister Neuköllns, Heinz Buschkowsky, sagte dem Sender n-tv dagegen, er beobachte vor allem bei jungen Männern eine enthemmte Brutalität, wie es sie früher nicht gegeben habe. Das Verhalten erklärte er sich durch Alkohol- und Drogeneinfluss sowie eine Erziehung, die Stärke und Ehre als maßgebliche Eigenschaften vermittle.

Die Berliner Polizei versucht derweil auch zu klären, wie das Video des Tritts vor Einleitung einer Öffentlichkeitsfahndung an die Presse gelangte. Von Amts wegen sei eine Strafanzeige aufgenommen worden. Wie eine Sprecherin sagte, ist nicht auszuschließen, dass das Video von Polizisten weitergegeben wurde. Das Landeskriminalamt ermittle wegen eines Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz. dpa

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10.12.2016, 06:00 Uhr

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