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Gewalt

Frau über Straße geschleift

Ein Mann hat in Hameln eine 28-Jährige an sein Auto gebunden und 250 Meter weit gezogen: Das Opfer wurde lebensgefährlich verletzt.

22.11.2016

Von DPA

Mit einem Band hat die Polizei in Hameln die Straße abgesperrt, in der sich die grausige Tat ereignet hatte. Der Täter stellte sich der Polizei. Foto: Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden/dpa

Hameln. Mit einem Seil hat ein Mann eine junge Frau an die Anhängerkupplung eines Autos gebunden und hunderte Meter weit durch die Innenstadt von Hameln (Niedersachsen) geschleift. Das 28-jährige Opfer schwebt in Lebensgefahr. Ein 38-Jähriger stellte sich der Polizei und gab die Tat zu. „Es ist unvorstellbar, mit welcher Brutalität und Menschenverachtung diese Tat ausgeführt wurde“, sagte Hamelns Stadtsprecher Thomas Wahmes. „Hier sind alle erschüttert.“

Der Hintergrund des Verbrechens vom Sonntagabend liegt noch im Dunkeln. „Wir gehen aber von einer Beziehungstat aus“, sagte Polizeisprecher Jens Petersen. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei hat der aus dem nahen Bad Münder stammende 38-Jährige der Frau im Hamelner Stadtzentrum ein etwa fingerdickes Seil um den Hals gebunden und den Strick dann an das Auto geknotet. Der Mann sei losgefahren und habe die Frau über Asphalt- und Kopfsteinpflaster-Straßen hinter dem Fahrzeug her geschleift, sagte Petersen. „Insgesamt rund 250 Meter weit.“

Nach Not-OP in Spezialklinik

Das Seil habe sich während der Fahrt vom Auto gelöst. „Unklar ist noch, ob es gerissen ist oder ob sich der Knoten gelockert hat“, sagte Petersen. Die 28-Jährige blieb auf dem Gehweg neben der Kaiserstraße liegen. Dort wurde die lebensgefährlich verletzte Frau von Passanten entdeckt, unter anderem von Polizisten, die kurz vor dem Schichtwechsel auf dem Weg zum Dienst waren.

Nach einer ersten Notoperation im Hamelner Krankenhaus wurde das Opfer mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Hannover geflogen und dort erneut operiert. Die Frau liege im Koma und schwebe noch immer in akuter Lebensgefahr, sagte Petersen am Montag.

Die „Deister- und Weserzeitung“ meldete, das Opfer habe neben den Verletzungen infolge des Mitschleifens auch Stichverletzungen. Die Polizei kommentierte dies wegen laufender Ermittlungen nicht. Als „reine Gerüchte“ wies Petersen Darstellungen in sozialen Netzwerken zurück, es habe eine Schießerei gegeben.

Der 38-Jährige stellte, nachdem das Seil sich gelöst hatte, sich freiwillig auf einer nahen Polizeiwache und ließ sich widerstandslos festnehmen. Er habe sich „als Täter zu erkennen gegeben“, sagte Petersen. Zu Hintergrund und Motiv habe er nichts gesagt.

Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei hatten Opfer und Täter eine persönliche Beziehung. Beide seien deutsche Staatsangehörige kurdischer Abstammung und gehörten zu verschiedenen Großfamilien. Aus Angst vor möglichen Racheakten habe die Polizei nach der Tat „Schutzmaßnahmen“ ergriffen, sagte Petersen. Es habe bisher aber keinerlei Vorfälle gegeben.

Bei den Menschen in Hameln habe „die beispiellose Tat“ nachhaltige Erschütterung hervorgerufen, erklärte Stadtsprecher Wahmes. „Es ist schwer zu begreifen, dass ein solches Verbrechen hier nur ein paar Straßen vom Rathaus entfernt begangen wurde.“ Matthias Brunnert, dpa

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Erstellt:
22. November 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. November 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. November 2016, 06:00 Uhr

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