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Freiburg wittert Verschwörung
Alles Freiburger Diskutieren half nichts. Schiedsrichter Deniz Aytekin (links) blieb bei seiner Entscheidung und gab in der 81. Minute auf Strafstoß für die TSG 1899 Hoffenheim, der die SC-Niederlage besiegelte. Foto: dpa
Fuß´ball-Bundesliga

Freiburg wittert Verschwörung

Die Breisgauer fühlen sich bei 1:2-Niederlage in Hoffenheim durch Schiedsrichter Deniz Aytekin extrem benachteiligt.

17.10.2016
  • MATTHIAS JEDELE

Sinsheim. SC-Präsident Fritz Keller zeigte im Anschluss an das bittere 1:2 in Hoffenheim nahezu allen Anwesenden Medienvertretern auf seinem Smartphone die beiden Szenen, die den Freiburgern, seiner Ansicht nach, die Niederlage eingebracht hatten.

„Das ist ein Elfmeter? Wenn das so ist, dann weiß ich nichts mehr, dann habe ich nichts verstanden. Der Caglar geht mit dem Kopf zum Ball, und der andere rennt in ihn rein“, schimpfte der 59-Jährige über die Ansicht des Schiedsrichtergespanns um Hauptschiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) in der 81. Spielminute auf Strafstoß zu entscheiden. „Und wenn er den ersten für Hoffenheim gibt, dann muss er den für uns auch geben“, sagte Keller und spielte damit auf die Situation in der 85. Minute an, als Hoffenheims Ermin Bicakcic den Freiburger Florian Niederlechner im TSG-Strafraum nach einem Laufduell zu Fall brachte. Der von den SC-Akteuren geforderte Strafstoßpfiff aber ausblieb.

Während TSG-Trainer Julian Nagelsmann von „Kann-Elfmetern“ sprach, ging Streich auf die beiden strittigen Szenen nahezu gar nicht ein. Er sprach indes von „Machenschaften“ und kritisierte in der anschließenden Pressekonferenz erneut eine Aussage von Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen unter der Woche. Der hatte den Breisgauern vorgeworfen, der Aufsteiger zeige „eine Aggressivität, die sich teilweise im Grenzbereich bewegt“ und von Streich noch gepusht werde. „Wir wurden als aggressive Leader dargestellt und das obwohl wir die fairste Mannschaft der zweiten Liga in der vergangenen Saison waren. Das ist alles Wahnsinn und unglaublich“, meinte Streich kopfschüttelnd. Am Ende versuchte Rosen die Lage zu beruhigen. Seine Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er wollte nur seine Mannschaft sensibilisieren und niemanden in eine Ecke stellen, doch das wollte auf Freiburger Seite so niemand hören.

Trotz aller Aufregung im Vorfeld der Partie begannen beide Mannschaften das Derby in der Rhein-Neckar-Arena äußerst verhalten. Julian Nagelsmann kaute zu Beginn etwas aufgeregt in „Ancelotti-Manier“ auf seinem Kaugummi herum. Denn die Hoffenheimer schienen die taktischen Anweisungen ihres Cheftrainers nicht in seinem Sinne umzusetzen. Nach kurzen taktischen Einzelgesprächen mit Lukas Rupp und Sandro Wagner an der Außenlinie lief es dann für die Hausherren, nach schwachen Anfangsminuten, etwas besser und die blaue Offensivabteilung näherte sich immer mehr dem Freiburger Tor.

Zahlen sprechen für Streichs Elf

Bei einem Rudy-Freistoß musste sich SC-Schlussmann Schwolow ganz lang machen und ein Kopfball von Sandro Wagner landete auf dem Gehäuse der Gäste. Nach einem kapitalen Fehlpass von Söyüncü machte sich TSG-Stürmer Wagner auf die Reise. In echter Torjägermanier umkurvte er den Freiburger Schlussmann und schob aus spitzem Winkel zur Heimführung ein (34.).

Nach dem Seitenwechsel gingen die Freiburger dann volles Risiko. Streich brachte mit Niederlechner und Petersen zwei neue Stürmer. Die Belohnung folgte in der 78. Spielminute. Söyüncüs langer Ball landete genau auf dem Fuß des eingewechselten Niederlechner und der hatte aus kurzer Distanz keine Mühe, das Spielgerät am herauseilenden TSG-Schlussmann Baumann vorbei zu befördern. Die schlussendliche Niederlage war indes äußert bitter, da die Breisgauer nahezu bei allen Spieldaten die besseren Werte erzielten. So hatten die Streich-Schützlinge mit einer Passquote von 79 Prozent, 55 Prozent Ballbesitz und 55 Prozent Zweikampfquote bessere Zahlen als die Gastgeber. Nur bei den Torschüssen (14:13) und der Kilometer-Laufleistung (114,5:113,18) hatten die Breisgauer die Nase vorn.

Die Freiburger rangieren mit neun Punkten jetzt auf Rang elf. Hoffenheim konnte durch den Sieg mit nun 13 Punkten auf Platz sechs vorstoßen. „Ich bin noch nicht lange im Profigeschäft. Aber ich habe gelernt, dass alles extrem kurzlebig ist und der Moment nicht zählt“, warnt Nagelsmann vor zu viel Euphorie.

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17.10.2016, 06:00 Uhr

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