Mal so richtig zugeschlagen

Freie Wähler bilanzieren Erfolge / Erich Zanocco für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt

Erfolgreiche Kommunalwahlen, ein gutes finanzielles Polster und eine Menge Ideen für die Stadt- und Kreispolitik: Die Freie Wähler Vereinigung Freudenstadt zog bei ihrer Mitgliederversammlung im Hotel Langenwaldsee eine rundum positive Bilanz.

01.04.2015

Von Monika Schwarz

Freudenstadt. Nachdem Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann zum Auftakt über seinen Aufgabenbereich und die wirtschaftlichen Entwicklungen in Freudenstadt informiert und damit auch für Diskussionen gesorgt hatte (wir berichten noch), standen zunächst zwei Ehrungen an. Urgestein Erich Zanocco ist seit 40 Jahren bei den Freien Wählern, Gustav Keinath seit 35 Jahren dabei.

Zanocco, der sich bei dieser Gelegenheit als „Altes Schlachtross? titulierte, ließ diese Ehrung nicht unkommentiert verstreichen. „Die Freien Wähler glauben, sie hätten alle das Wissen auf ihrer Seite ? bei mir hat es als Einzigem gestimmt?, meinte er mit seinem bekannt trockenen Humor.

Zanocco und Keinath bekamen vom Vorsitzenden Andreas Zukschwerdt Urkunden und Geschenkkörbe mit nach Hause. Zukschwerdt erinnerte an das zurückliegende Jahr, das von den Kommunalwahlen und einem auch hohen Anspruch der Freien Wähler an diese Wahlen geprägt war. Viele Gespräche hatten vor der Wahlaufstellung stattgefunden. „Sieben Sitze Unterkante?, so war die Forderung des Vorsitzenden bei der letzten Mitgliederversammlung gewesen, habe man am Ende sogar noch übertroffen.

Neun Kandidaten der Freien Wähler sind am Ende in den Gemeinderat eingezogen, die Fraktion hat damit die CDU-Fraktion an der Spitze (7 Sitze, nach Langrehrs Wechsel 8) abgelöst. Zukschwerdt führt den Erfolg auch auf das „professionelle Marketingkonzept? zurück, für das er Thomas Trautmann dankte. Auch die Vor-Ort Termine unter dem Motto „Dialog unter freiem Himmel? seien wie auch die anderen Wahlkampf-Termine „eine tolle Geschichte? gewesen. „Die Zeit war reif, dass die Freien Wähler mal so richtig zuschlagen?, kommentierte Zukschwerdt das sehr gute Wahlergebniss.

Die Tätigkeit im Gemeinderat bezeichnete der Vorsitzende und Stadtrat als „anspruchs- und verantwortungsvoll?. Sie nehme viel Zeit in Anspruch, mache aber Spaß. Sein Wunsch sei es, so Zukschwerdt, auch private Treffen der Freien Wähler in ungezwungenem Rahmen, etwa beim Grillen, ein oder zweimal jährlich stattfinden zu lassen. Hier fehle noch die Übung, was der nicht verzehrte Bierbestand beim letzten Grillfest gezeigt habe.

Kassier Gustav Keinath vermeldete trotz des kostenintensiven Wahlkampfs ? dieser hat in der Summe rund 13 000 Euro gekostet ? noch genügend finanzielle Polster, um auch den nächsten Wahlkampf bestreiten zu können.

Im Bericht aus dem Stadtrat lobte Fraktionssprecher Wolfgang Tzschupke die sowohl „bunter als auch vielschichtiger? gewordene Fraktion. Negativ erwähnte er hingegen die finanzielle Lage der Stadt, der fünf Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr fehlten. Der Spielraum für Investitionen werde zunehmend geringer.

Tzschupke streifte die wichtigen Themen wie die Investitionen am Panoramabad, den Badesee am Langenwaldsee, das Stadthotel („wir stehen zum Konzept, was aber nicht heißt, dass es nicht noch optimiert wird?) und forderte abschließend dazu auf, sich bei den Landtagswahlen von der Landesliste der Freien Wähler, aber auch von radikalen Parteien, zu distanzieren.

Stadt- und Kreisrat Hermann John bedauerte den geringen Frauenanteil der Freien Wähler im Stadtrat (2) und auch im Kreistag (0). In Sachen Asylpolitik der Stadt regte er an, „die eine oder andere in den letzten Monaten getroffene Entscheidung vielleicht doch noch einmal zu überdenken?.

Beim Krankenhausthema priorisiere er klar die kommunale Trägerschaft. Private Träger sorgten zwar für die Grundversorgung, agierten darüber hinaus aber nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten und pickten sich dementsprechend die Rosinen aus dem Kuchen. Wichtig sei nun, vor Ort ein System zu entwickeln, das Fachkräfte und eben auch Fachärzte an den (Krankenhaus-)Standort Freudenstadt bindet.

Gustav Keinath (links) und Erich Zanocco wurden von den Vorsitzenden Armin Neubert (2. von links) und Andreas Zukschwerdt für ihre seit 35 beziehungsweise 40 Jahre lange Mitgliedschaft bei den Freien Wählern geehrt. Bild: mos

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Erstellt:
1. April 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
1. April 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. April 2015, 12:00 Uhr

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