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Kommentar zu dem Attentat in Berlin

Freiheit verteidigen

21.12.2016
  • ULRICH BECKER

Berlin. Deutschland ist getroffen – aber die Deutschen stehen nicht unter Schock. Das ist am Tag nach dem schrecklichen Anschlag von Berlin das vorherrschende Gefühl. Die Menschen reagieren mit einer Mischung aus gelassener Gefasstheit und Trotz auf die Todesfahrt am Breitscheidplatz.

Die vergangenen Monate haben ihre Spuren hinterlassen. Längst ist den Bürgern dieses Landes klar, dass der Terror kein einmaliges Ereignis ist. Er vergeht nicht so bald wie eine lästige Erkältung oder eine Grippe. Die Krankheit Terror bleibt. Der Zustand der Unsicherheit, der Bedrohung wird uns noch auf Jahre oder gar Jahrzehnte begleiten. Mit dem Attentat vor der Gedächtniskirche steht Berlin jetzt in einer Reihe mit Paris, mit Brüssel, London und Madrid.

Ist das ein Grund, unser Leben zu ändern? Aufzugeben und sich in Häuser und Wohnungen zu verkriechen? Auch angesichts dieses Anschlags kann die Antwort nur „Nein“ heißen. Unsere Weihnachtsmärkte müssen wieder öffnen, in unseren Stadien muss weiter Fußball gespielt werden, in unseren Städten sollen Menschen arbeiten, feiern, genießen können. Feige haben Terroristen Leben ausgelöscht. Wir dürfen ihnen nicht auch noch erlauben, dass die Angst vor weiteren Anschlägen unsere Lebensfreude erstickt.

Das gelingt allerdings nur, wenn wir nicht allein über Konsequenzen reden, sondern Taten unsere innere Entschlossenheit demonstrieren: mehr Polizeipräsenz, Kontrollen und Sperrungen gefährdeter Plätze, mehr Zivilcourage. Freiheit entfaltet sich immer in Sicherheit. Je stärker die Angriffe von außen werden, desto stärker müssen wir sie schützen. Dabei ist die Entscheidung über die richtigen Mittel immer eine politische Gratwanderung: Wie stark beschneiden wir mit strengeren Sicherheitsgesetzen genau die Freiheit, die wir bewahren wollen? Doch es gibt keine andere Chance. Zu allem entschlossene Attentäter und Mörder lassen sich von ihren Plänen nicht durch bloßes Zureden abbringen. Sie müssen gestellt werden – mit jedem möglichen legalen Mittel, das uns zur Verfügung steht.

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21.12.2016, 06:00 Uhr

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