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Schnuppern bei Bioenergie

Freudenstadt nutzte landesweiten „Energietag“ für eine Stippvisite im Sulzhau

Klimaschutzkonzept, Biogas-Anlage und Blockheizkraftwerk im Krankenhaus – in Sachen Klimaschutz und Energieeinsparung hat Freudenstadt die Zeichen der Zeit erkannt. Beim „Energietag“ am Samstag wurden die Vorzeigeprojekte der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

24.09.2012

Von MONIKA SCHWARZ

Freudenstadt. Um die Bedeutung der Thematik hervorzuheben, waren OB Julian Osswald und Landrat Dr. Klaus Michael Rückert am Samstag gemeinsam auf den Marktplatz gekommen, um den Energietag offiziell zu eröffnen. Bei eher ungemütlichen Temperaturen und leichtem Regen. Als BUND-Vorsitzender bedankte sich Stadtrat Martin Franz ausdrücklich bei Osswald für die Anstrengungen, die Freudenstadt in Sachen Energieeinsparung unternimmt. Persönlich freue ihn das sehr.

An diesem 6. Energietag in Baden-Württemberg beteiligte sich Freudenstadt heuer zum 1. Mal, sagte Osswald. Allerdings habe man in den vergangenen Jahren zum Thema auch nicht viel präsentieren können. Vom Leiter des Bauverwaltungs- und Umweltschutzamts, Christoph Gerber, und Mitarbeiterin Sandra Zepf gab es Informationen zu Stand und Inhalten des Klimaschutzkonzepts. Dabei geht es um Wärmedämmung, Energieeffizienz, Einsparung und Produktion von Energie.

In der Biogas-Anlage im Sulzhau wurde in den vergangenen Tagen 24 Stunden gearbeitet, um den Schau-Tag vorzubereiten. Die Anlagen-Gesellschaft Bioenergie Freudenstadt GmbH wird vom Landkreis und den Stadtwerken getragen. In der neuen Biovergärungsanlage hole man aus dem Biomüll „das Maximale heraus?, so der Landrat. Am Tag der offenen Tür im kommenden Frühjahr soll die Anlage eigens noch einmal der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Mit Fahrrädern, bereit gestellten E-Bikes oder aufgrund des schlechten Wetters halt doch mit dem Auto machte man sich anschließend auf den Weg zur Anlage im Sulzhau. Die Bioenergie-Geschäftsführer Udo Großwendt und Rainer Schuler standen dort für Fragen bereit. Sie erklärten die Funktionsweise der Biomüll-Verarbeitungs-Fabrik.

Bis zur offiziellen Inbetriebnahme Mitte November wird ab 15. Oktober die Anlage langsam hochgefahren. Dann wird der im Kreis Freudenstadt und Pforzheim gesammelte Bioabfall (rund 18 000 Tonnen pro Jahr) dort angeliefert.

Das organische Material wird von einem Shredder in maximal 50 mm große Stücke zerkleinert, ein Sternsieb sortiert das Überkorn heraus ? und etwa vorhandene metallische Stoffe wie Besteck. Solches landet nach wie vor viel zu oft im Biomüll, so Großwendt. Ein Magnetabscheider entfernt die Fremdstoffe.

Durch den geschlossenen Biofilter wird das Austreten unerwünschter Emissionen verhindert. Die gesamte Abluft wird mit leistungsstarken Ventilatoren abgesaugt, damit keinerlei Gerüche in die Umgebung gelangen.

Diese Luft wird im Biofilter gereinigt und danach über den 25 Meter hohen Schornstein in die Umgebung abgelassen.

Im Fermenter mit einem Fassungsvermögen von 1400 Kubikmeter werden Fette, Proteine und Kohlenhydrate des Bioabfalls von speziellen Mikroorganismen unter anaeroben Bedingungen verstoffwechselt. Es ensteht dabei in der Hauptsache Methan zur Energienutzung (57 Prozent) und Kohlendioxid. Durch die konstante Wärme und die 20-tägige Gärzeit wird sichergestellt, dass die Abfälle am Ende frei von Keimen und Sporen sind.

Der flüssige Gärrest wird in einen Gärrestbehälter gepumpt und dort bis zur Abholung für den Einsatz in der Landwirtschaft als Dünger gespeichert. Die festen Gärreste werden zu hochwertigem Kompost verarbeitet.

Die von der Bioenergie erzeugte Gasmenge wird komplett an die Stadtwerke abgegeben. Über die dort installierten Blockheizkraftwerke erfolgt dann die Stromeinspeisung in das öffentliche Netz. Wärme wird über das Nahwärmenetz der Stadtwerke genutzt.

Am 23. November findet die offizielle Einweihung der Anlage statt. Besichtigen konnte man darüber hinaus das Blockheizkraftwerk im Krankenhaus, in welchem das künftige Biogas zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt und der Energiekreislauf damit quasi geschlossen wird.

Eine weitere Anlaufstation war schließlich die Kleinwindturbine von Manfred Gukelberger in Wittlensweiler.

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Erstellt:
24. September 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
24. September 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. September 2012, 12:00 Uhr

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