Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
"Wie die Jungfrau zum Kind"

Friederike Kempter ist seit 2002 beim "Tatort" - Aufstieg zur Kommissarin

"Nach drei Stunden habe ich Ja gesagt" - Friederike Kempter spricht im Interview über ihre Rolle als "Tatort"-Ermittlerin Nadeshda Krusenstern, ältere Herrschaften und die Rekordquoten der Münster-Krimis.

06.11.2015
  • CORNELIA WYSTRICHOWSKI

Sie gehören seit der ersten Folge 2002 zum Ensemble des Münster-"Tatorts". Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung der Figur Nadeshda Krusenstern, die von der Assistentin zur Kommissarin befördert wurde?

FRIEDERIKE KEMPTER: Ja, ich mag die Figur. Nadeshda hat in den vergangenen drei, vier Jahren einen festen, größeren Platz bekommen, und das gefällt mir.

Sie waren bei Drehbeginn erst 22 Jahre alt. Wie sind Sie überhaupt zu der Rolle gekommen?

KEMPTER: Ich bin zu der Rolle gekommen wie die Jungfrau zum Kind, es ging alles ganz schnell. Ich habe an einem Freitag einen Anruf bekommen, weil jemand anderes von der Rolle abgesprungen war, am Dienstag war aber schon Drehbeginn. Ich hatte drei Stunden Zeit, mir das zu überlegen, und dann habe ich "Ja" gesagt.

Was bedeutet der Wirbel um den "Tatort" für Sie persönlich?

KEMPTER: Es passiert natürlich schon, dass mich Leute erkennen und dass mir eine Gruppe älterer Herrschaften auf der Straße "Nadeshda" hinterherruft. Aber insgesamt sehe ich für mich keine großen Auswirkungen. Klar ist es schön, dabei zu sein, aber ich laufe jetzt nicht mit stolzgeschwellter Brust rum. Und ich bekomme definitiv nicht mehr Rollenangebote.

Welche Rollen würden Sie sich denn wünschen?

KEMPTER: Ich freue mich über alle Rollen, in denen ich keine Ermittlerin spiele. Ich habe ja in der ARD-Vorabendserie "Hauptstadtrevier" ebenfalls eine Polizistin gespielt, und nach all den Krimis mit vielen Toten habe ich jetzt Lust auf andere Genres.

Wie lange möchten Sie im Münster- "Tatort" noch mitspielen? Der aktuelle Krimi ist ja schon die 28. Folge.

KEMPTER: Ich weiß zwar nicht, ob es noch einmal so viele werden, aber zurzeit mache ich es noch gerne. Die Freude, mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers spielen zu dürfen, ist jedes Mal immer noch riesig. Das ganze Team mit Vater Thiel, Kommissar Thiel, Boerne, Alberich, Staatsanwältin Klemm und mir ist von Anfang an zusammen. Es ist schön, sich zweimal im Jahr zu begegnen. Das mag ich sehr daran.

Wo liegt nach so vielen Fällen noch die Herausforderung?

KEMPTER: In einer langen Szene zu sein und dann nur zwei Sätze zu haben, das ist eine Herausforderung. Es ist einfacher, wenn man viel zu spielen hat, Szenen mit Action, Drama oder Komik. Schwieriger ist es, wenn man in einer Szene dabei ist, in der Boerne etwas erklärt und man selber bis auf einen kleinen Satz nichts zu sagen hat. Da muss man aufpassen, um die Präsenz nicht zu verlieren.

Wer ist bei den Dreharbeiten der Chef - Herr Prahl oder Herr Liefers?

KEMPTER: Niemand. Natürlich wissen Jan Josef und Axel genau, wie sie ihre Rollen zu spielen haben, und wir Schauspieler besprechen Szenen auch mal untereinander. Aber am Ende hat immer der Regisseur das Sagen.

Sind die Dreharbeiten zu den humorvollen Münster-"Tatorten" lustig? KEMPTER: Es ist sehr lustig, wir lachen viel. Wir denken bei den Dreharbeiten ehrlich gesagt gar nicht daran, wie viele Leute am Ende zuschauen, sondern versuchen einfach, den besten Film zu machen. Es ist ja nicht wie im Theater, wo man die Reaktion des Publikums direkt bekommt, sondern es ist alles völlig abstrakt - die vielen Millionen Zuschauer spürt man zu keinem Zeitpunkt. Das beeinflusst unsere Arbeit null. Eher ist es entspannend, zu wissen, wie beliebt die Krimis sind und dass die Leute das mögen, so dass man ganz in Ruhe versuchen kann, wieder einen schönen Film zu machen.

Es gibt sehr komische Münster-Folgen und dann wieder welche, die weniger überdreht sind.

KEMPTER: Ich fand "Wolfsstunde" und "Tempelräuber" am besten. Also eher die Folgen, wo es ein bisschen ernster wird. Ich finde, das können unsere Krimis auch vertragen. Sie sind so leicht und komisch, gerade deshalb funktioniert es ganz gut, wenn man auch mal in die Tiefe geht.

Waren Sie selber "Tatort"-Fan, bevor Sie als Ermittlerin zu dem ARD-Klassiker gestoßen sind?

KEMPTER: Ich mochte den "Tatort" auch schon davor, als Jugendliche habe ich mit meinen Eltern gerne sonntagabends geschaut. Für "Schimanski" war ich zwar noch zu klein, aber die Münchener Kommissare habe ich immer sehr gerne gesehen.

Info Der Münster-"Tatort" mit dem Titel "Schwanensee" läuft am Sonntag, 20.15 Uhr, in der ARD.

Friederike Kempter ist seit 2002 beim "Tatort" - Aufstieg zur Kommissarin
Männer rufen ihr auf der Straße schon mal "Nadeshda" hinterher: die "Tatort"- Schauspielerin Friederike Kempter. Foto: Imago

Friederike Kempter kam 1979 in Stuttgart zur Welt und übernahm schon kurz nach dem Abitur erste TV-Rollen. Sie gehört seit der ersten Stunde zum Ermittlerteam des Münster-„Tatorts“: Als Nadeshda Krusenstern spielt sie die zuverlässige Helferin von Kommissar Thiel und Professor Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers). Im aktuellen Fall muss sie mit Boerne und Thiel einen Todesfall in einer psychiatrischen Einrichtung klären. ski

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

06.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball