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Frischer Blick auf Bollenhut und Co.
Doris Gaßmanns Bollenstühle in der Ausstellung. Foto: dpa
Ausstellung

Frischer Blick auf Bollenhut und Co.

Wie Künstler den Schwarzwald heute sehen, zeigt das Badische Landesmuseum in Karlsruhe.

20.04.2017
  • CHRISTINE SÜSS-DEMUTH, EPD

Karlsruhe. Begriffe wie Heimat und Brauchtum klangen lange verstaubt. Seit einigen Jahren beschäftigen sich Künstler jedoch vermehrt mit traditionellem Handwerk und historischen Objekten. Dass sich Kuckucksuhr, Bollenhut und Schwarzwälder Kirschtorte modern interpretieren lassen, zeigt die von Heidrun Jecht kuratierte Ausstellung „#Waldschwarzschön – Black Forest remixed!“ mit mehr als 60 Exponaten im Museum beim Markt des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe.

Weltberühmt als Symbol für den Schwarzwald ist der Bollenhut mit seinen markanten roten Wollkugeln. Designerin Doris Gaßmann nimmt den Trachtenhut kurzerhand auseinander und verwendet die Wollkugeln als Sitzfläche auf einem Hocker. Wie beim Hut wird auch beim Hocker nach Farben unterschieden. So ist der rote Hocker „Noch zu haben“ und der schwarze Hocker „Schon vergeben“. Damit spielt die Designerin darauf an, dass im 19. Jahrhundert ledige Schwarzwälderinnen einen roten Trachtenhut, verheiratete Frauen einen schwarzen Hut trugen.

Kuckucksuhren wurden Ende des 17. Jahrhunderts im Schwarzwald entwickelt und aus Holz gebaut. Doch an solche Vorgaben halten sich heutige Designer bei ihrem „Kuckucksuhr-Styling“ nicht. So fasziniert die Origami-Kuckucksuhr des kalifornischen Künstlers Robert J. Lang. Der Origami-Papst hat sie aus einem einzigen 3,5 Meter langen Blatt Papier gefaltet. Ungewöhnlich ist auch eine Weihnachts-Krippe aus gläsernen Bierflaschen von Christiane Deissinger, die neben einer „Krippe für Puristen“ aus bedruckten Buchenholzquadern und einer typischen Kastenkrippe aus dem 19. Jahrhundert gezeigt wird. Die Ausstellung hat auch ernsthafte Aspekte. So präsentiert Satoshi Itasaka einen „Schwarzwald Stool“ als Mahnmal für die Verletzlichkeit des Ökosystems und Warnung vor dem Waldsterben. Dazu hat er die Oberfläche des Stahlhockers mit einer Säure behandelt, deren ph-Wert von 4,0 dem „sauren Regen“ entspricht.

Christine Süß-Demuth, epd

Info Bis 7.1.2018 im Museum beim Markt Karlsruhe, Di-Do 11-17, Fr-So 10-18 Uhr.

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20.04.2017, 06:00 Uhr

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