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Mutscheln wieder beliebter

Frischer Wind für eine alte Tradition

Heute ist für die Reutlinger Bäcker der nach Heiligabend arbeitsintensivste Tag des Jahres: Am Mutscheltag wird das mürbe Traditionsgebäck mit den acht Zacken tausendfach in den Ofen geschoben und gut gebräunt wieder herausgezogen.

08.01.2015

Reutlingen. „Mutscheln müssen frisch gemacht werden, das kann man nicht vorbacken“, sagt Hans Wucherer von der ältesten Reutlinger Bäckerei, die seit 1688 in Familienbesitz ist. Deshalb steht er seit gestern Abend um 23 Uhr bis heute Nachmittag um 14 Uhr in der Backstube, um hunderte von Mutscheln für den heimlichen Reutlinger Feiertag aufs Blech zu bringen.

Früher sei viel mehr von diesem Gebäck hergestellt worden, sagt Wucherer – aber so vor fünf Jahren sei eine Trendwende zu spüren gewesen. „Die Tradition wird wieder verstärkt angenommen, auch junge Leute haben den Spaß am Mutscheln entdeckt“, erklärt der Bäckermeister. Dabei wird längst nicht mehr nur in den Reutlinger Kneipen gemutschelt, sondern sehr oft auch zu Hause im privaten Kreis. Einige würden den Mutscheltag auch aufs Wochenende verschieben, sagt Wucherer.

Denn unter der Woche müssten die Leute am nächsten Tag arbeiten – und im Gegensatz zu früher nehme kein Betrieb heute mehr Rücksicht auf allzu ausgiebiges Zocken und Zechen. Das Gebäck wird freilich schon vor und auch nach dem Mutscheltag verkauft. Kritik daran kann Wucherer aber nicht mehr hören: „In den alten Aufzeichnungen unserer Familie steht auch schon, dass es Mutscheln vom 1. Advent bis etwa zwei Wochen nach dem Mutscheltag gibt“, sagt er. dem

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Erstellt:
8. Januar 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Januar 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Januar 2015, 12:00 Uhr

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