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Das Mindeste an Freiheit

„Frühlingserwachen“ mit Uhland-Schülern am Zimmertheater

Zunächst zensiert, dann ein Kassenschlager: Frank Wedekinds „Frühlingserwachen“. Schauspieler Endre Holéczy hat das Stück mit Schülern des Tübinger Uhlandgymnasiums inszeniert. Morgen ist Premiere. Dramaturgin Nina Schmulius sprach mit den Schauspielern.

09.04.2010

Nina Schmulius: Was hat euch bewegt, an dem Projekt teilzunehmen?

Jonathan Hörnig: Ich habe in der Schule bereits Theater gespielt und wollte gerne wissen, wie sich das Schultheater vom professionellen Theater unterscheidet.

Wie unterscheidet es sich denn?

Dorothee Jakob: Es war grundsätzlich ernster als Schultheater. Zwar gab es auch Strecken, in denen wir auch total albern waren, aber eigentlich fühlte es sich ernsthafter an.

Jakob Cieslinski: Albern kannst du so nicht sagen. Weil es total produktiv war, dieses Alberne. Wir haben viel mehr rumprobiert und selbst, wenn uns etwas ganz albern vorkam, hat Endre es sofort ins Stück eingebaut.

Samuel Wörz: Der große Unterschied zum Schultheater war auch, dass wir bei den Proben viel mehr über die Hintergründe des Stücks diskutiert haben.

Jonathan Hörnig: Ja, darüber, was Wedekind mit dem Stück sagen wollte.

Solvejg Schomers: Aber nicht nur, was Wedekind sagen wollte. Was wollen wir eigentlich damit sagen, war auch eine Frage, die wir uns oft gestellt haben.

Was ist euch denn wichtig an dem Stück?

Jonathan Hörnig: Ich denke, unser Thema ist der Konflikt zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Das ist ein Konflikt, den es immer gibt. Die Formeln sind immer irgendwie gleich. Nur im Gegensatz zu heute war die Gesellschaft, in der das Stück spielt, anders.

Was ist denn für euch so ein typischer Konflikt zwischen Erwachsenen und Jugendlichen?

Jonathan Hörnig: Das kann man eigentlich nicht ganz genau sagen. Heute sind die Konflikte abhängig von den Eltern, die man hat. Es ist ja fast alles möglich, von schlagenden Eltern bis hin zu Eltern, mit denen man sich nur darüber streitet, wer jetzt den Müll rausbringt.

Jonathan Hörnig: Ja, aber manche Dinge haben sich auch gar nicht verändert, zum Beispiel das Problem der mangelnden Kommunikation. Der Maßstab ist eben nur anders.

Jakob Cieslinski: Man könnte sagen, dass damals das Größte an Freiheit war, was heute das Mindeste an Freiheit ist.

Info

„Frühlingserwachen“, mit Schülern des Uhlandgymnasiums. Premiere morgen um 20 Uhr. Weitere Termine: 11. April, 2. und 7. Mai. Am 7. Mai ein Gespräch im Anschluss mit Endre Holéczy und den Beteiligten.

„Frühlingserwachen“ mit Uhland-Schülern am Zimmertheater
Vorne von links: Jonathan Hörnig, Solvejg Schomers, Jakob Cieslinski, dahinter Dorothee Jakob und Samuel Wörz, ganz hinten Regieassistentin Nora Wenzler und der Regisseur, Zimmertheater-Schauspieler Endre Holéczy. Bild: Zimmertheater

„Frühlingserwachen“ mit Uhland-Schülern am Zimmertheater

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09.04.2010, 12:00 Uhr

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