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Ski Nordisch

Frühlingsgefühle beim famosen WM-Sprint auf Platz fünf

Im Freistilrennen hat Langläuferin Victoria Carl der deutschen Mannschaft zum Auftakt der Titelkämpfe in Seefeld einen Start nach Maß beschert.

22.02.2019

Von SID

Doppelstockschub vor großer Kulisse in Seefeld/Tirol: die 23-jährige Victoria Carl aus Zella-Mehlis wurde im Freistilsprint Fünfte. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Victoria Carl fiel freudestrahlend in die Arme von Bundestrainer Peter Schlickenrieder, ihren ziemlich grandiosen fünften Platz im Freistilsprint zum Auftakt der Nordischen Ski-WM in Seefeld feierte die 23-Jährige wie einen Weltmeistertitel. Anstelle der viel höher eingeschätzten Sandra Ringwald hat die zuletzt eher glücklose Carl dem deutschen Loipen-Team einen unerwartet starken Auftakt in die Titelkämpfe beschert.

„Mein größter Traum ist in Erfüllung gegangen, ich bin ins Finale gekommen. Ich kann es gar nicht glauben, das ist noch gar nicht richtig greifbar“, meinte die frühere Junioren-Weltmeister nach ihrem Coup bei 15 Grad plus – zuletzt hatte 2003 eine deutsche Sprinterin das Finale erreicht, als Claudia Nystad in Val di Fiemme Silber holte: „Im Finale hat mir dann ein wenig die Erfahrung gefehlt, ich war so nervös – ich zittere jetzt noch.“

Schlickenrieder, selbst 2002 Olympiazweiter im Sprint, war nach seinem ersten WM-Rennen als Chefcoach ebenfalls aus dem Häuschen: „Das ist eine Riesensache für Victoria. Wir können mit diesem schönen Auftakt absolut zufrieden sein.“

Den ersten Titel in Seefeld gewann die Norwegerin Maiken Caspersen Falla, die damit ihren Erfolg von Lahti 2017 wiederholte. Olympiasiegerin Stina Nilsson holte Silber, Bronze ging an Marie Eide (Norwegen). Bei den Männern siegte Topfavorit Johannes Hösflot Kläbo. Der Olympiasieger aus Norwegen setzte sich im Finale vor Titelverteidiger Federico Pellegrino (Italien) und dem Russen Gleb Retiwych durch.

Der 23 Jahre alten Victoria Carl, die im WM-Winter nur schwer in Fahrt gekommen war, fehlten rund drei Sekunden zu Bronze, dennoch war es der größte Erfolg ihrer Karriere. Vor allem im Halbfinale, als sie cool auf Platz zwei stürmte, überraschte die großgewachsene Thüringerin alle – inklusive Ringwald.

„Ich weiß auch nicht, warum ich da von allen überrumpelt wurde“, sagte Ringwald, die im Halbfinale von Rang zwei auf sechs durchgereicht wurde, mit Platz zwölf aber das beste WM-Ergebnis ihrer Karriere erreichte. Schlickenrieder meinte: „Ich hatte auch eher Sandra auf der Rechnung.“

Ringwald hatte kurz vor der WM mit Platz vier in Lahti ihr bestes Karriereergebnis im Weltcup egalisiert und eine Woche später bei der Generalprobe im italienischen Cogne als Zweite erstmals einen Podestplatz erreicht. Dabei hatte aber jeweils ein Teil der Weltelite gefehlt.

Auch hinter Carl und Ringwald verkauften sich die deutschen Läuferinnen teuer, Laura Gimmler und Sofie Krehl erreichten das Viertelfinale, keine DSV-Starterin scheiterte in der Qualifikation. Im Teamsprint am Sonntag sollten nun Ringwald und Carl an den Start gehen. „Darauf hoffe ich doch sehr, ich mag die Teamevents“, sagte Carl.

Männer unter ferner liefen

Nichts zu melden hatten die deutschen Männer. Janosch Brugger als 42. und Sebastian Eisenlauer als 43. verpassten den Einzug ins Viertelfinale, beiden fehlten rund zwei Sekunden zum Sprung unter die Top 30. „Tragisch ist das nicht, aber sauärgerlich“, sagte Brugger, der für den einzigen deutschen Weltcupsieg in diesem Winter gesorgt hatte. Eisenlauer, vor zwei Jahren noch im WM-Viertelfinale, meinte: „Die anderen sind eben auch keine Haubentaucher.“

Nach dem Halbfinale kam es zu einem Aufreger, als Kläbo und Russlands Topstar Sergej Ustjugow aneinandergerieten. Ustjugow fühlte sich vom Norweger behindert und war nach seinem Ausscheiden deutlich erbost. Letztlich jubelte aber Kläbo über sein erstes WM-Gold - er könnte zum Superstar der Titelkämpfe werden. sid

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Erstellt:
22. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 06:00 Uhr

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