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Geschäftsmodell

Fünf Euro gehen an die Bank

Die GLS führt einen Grundbetrag für ihre Kunden ein. Dafür sollen Kreditkosten sinken.

28.12.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Während andere Banken als Folge der Niedrigzinsen Gebühren für das Girokonto erhöhen und die Kunden für andere Dienstleistungen zur Kasse bitten, geht die Bochumer GLS-Bank, das größte sozial-ökologische Geldhaus der Republik, einen anderen Weg. Ab 1. Januar muss jeder Kunde und jedes Mitglied einen monatlichen Grundbeitrag von 5 EUR bezahlen, also 60 EUR im Jahr. Dies gilt unabhängig von den Kosten der Bankdienstleistungen, die in Anspruch genommen werden, also etwa für das Girokonto oder für einen Baukredit. In Bochum spricht man von einem „revolutionären Schritt“, dem unlängst fast 80 Prozent der anwesenden 1200 Mitglieder (von insgesamt 45 000) der Bank bei einer außerordentlichen Generalversammlung nach kritischer Diskussion zugestimmt haben.

Die als Genossenschaft organisierte GLS Bank, die vor Jahren die Ökobank übernommen hat, ist das erste Geldhaus in Deutschland, das einen solchen Grundbeitrag erhebt. Ausgenommen von dem Beitrag sind Minderjährige. Kunden bis 28 Jahre und diejenigen, deren Einkommen unter dem steuerlichen Grundfreibetrag liegt, zahlen 1 EUR. Die GLS sichert sich damit bei derzeit rund 210 000 Kunden jeden Monat Einnahmen von rund 1 Mio. EUR. Wer etwa ein Girokonto bei der GLS hat, zahlt weiter 3,80 EUR im Monat für das Konto, mit dem Grundbeitrag sind es 8,80 EUR.

ZInsniveau beeinträchtigt Marge

„Dieses Engagement zeigt, wie wichtig den Menschen die GLS Bank ist und welch großen Rückhalt sie genießt“, sagt Vorstandssprecher Thomas Jorberg. Zwei Jahre lang hatte die Bank mit ihren Kunden und Mitgliedern erörtert, wie sie den Problemen durch die niedrigen Zinsen und die schrumpfende Zinsmarge – also die Spanne zwischen Zinseinnahmen und Zinsaufwendungen, von der die Banken leben – begegnen kann. Das historisch niedrige Zinsniveau werde weiter die Margen beeinträchtigen, sagt Jorberg. „Auch die ausufernde Regulierung und der Digitalisierungsdruck stellen die bisherigen Geschäftsmodelle in Frage“.

Er spricht von einem Finanzierungsmodell, mit dem die Bank ihre Kernleistung stärke. „Geld der Bank kurzfristig sicher zur Verfügung zu stellen, ist keine Leistung mehr. Bankarbeit muss gesondert vergütet werden. Das ist nicht mehr automatisch in der Zinsmarge oder in Provisionen drin“.

Jorberg hatte Anfang des Jahres versichert, dass die Bank im Gegenzug zum Grundbeitrag die Kreditkosten senken und die Höhe der Provisionen begrenzen wolle, so dass es für die Kunden unter dem Stich nicht teurer werde. Rolf Obertreis

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28.12.2016, 06:00 Uhr

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