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Ganz Unten

Fünferstecker auf Koax

Die wundersame Welt der Unterhaltungselektronik ist immer wieder eine Reise wert. Alle Jahre wieder suche ich deshalb die Elektronikmärkte in Reutlingen und Tübingen auf. Der Anlass ist immer derselbe: Mein CD-Player ist kaputt. Zwei Jahre Garantie bekommt man auf die Billig-Geräte.

30.11.2014

In der Regel ist das Abspielgerät nach einem halben Jahr kaputt. Nach der Reparatur hält es dann einen weiteren Monat. Dann kann man entweder wieder zum Kundendienst – oder gleich ein neues Gerät kaufen. Weil ich zu geizig bin, mir eine richtige Stereoanlage zu leisten, muss ich deshalb dauernd die Billig-Geräte nachrüsten.

Vor kurzem war es wieder soweit. Meine Geräte gaben endgültig den Geist auf. Vorübergehend hatte ich die alte Mini-Anlage mit defektem CD-Player als Radio genutzt und den billigen Ghettoblaster separat als CD-Player. Doch nun waren beide kaputt – und die Garantie vor wenigen Tagen abgelaufen. Ich habe den Verdacht, dass viele Hersteller die Geräte mittlerweile so bauen, dass sie nach genau zwei Jahren und einem Tag den Geist aufgeben.

Da hilft nur energisches Handeln. Diesmal investierte ich 50 Euro mehr in die Mini-Anlage. Die halte bestimmt länger als zwei Jahre, versicherte mir der emsige Reutlinger Fachverkäufer. Und eine Buchse für Radio-Anschluss habe sie auch – damit ich weiterhin Bayerischen Rundfunk hören kann. Der Händler brachte zwar zum Ausdruck, dass kein Mensch außer mir das Radio an das Kabelnetz anschließe, aber er billigte mein seltenes Ansinnen schließlich großmütig. Wenn ich ein I-Phone 5 hätte, könnte ich es ebenfalls anschließen. Wer weiß, vielleicht finde ich irgendwann ein gebrauchtes I-Phone 5 auf der Straße.

Ich schleppte die teure Anschaffung mühselig nach Hause. Vor dem Nieselregen beschirmte ich das Gerät mit der eigenen Jacke. Nachdem der Schnupfen auskuriert war, nahm ich die Anlage in Betrieb. Sie klingt gut, und nach einer Woche lief sie noch immer.

Kleiner Schönheitsfehler: Mein Anschluss-Stecker passte nicht in die Radiobuchse am Gerät. Irgendwann wagte ich mich erneut ins Fachgeschäft und hakte nach. Der Kollege meines emsigen Verkäufers verstand mich sofort: „Bei diesem Gerät brauchen Sie einen Adapter.“ Den gab es am anderen Ende des Marktes. „Verlangen Sie Fünferstecker auf Koax“, beauftragte mich der fachkundige Händler. Sein Kollege, der mir den Anschluss ohne Adapter angedreht hatte, grinste in sich hinein.

Fünferstecker auf Koax erwies sich als Volltreffer. Wenn man das richtige Ende der Buchse erwischt. Fürs Radio ist der Anschluss genau umgekehrt wie beim Fernseher. Doch auch diese Klippe umschiffte das geschulte Fachpersonal schließlich. Und der Adapter kostete schlappe fünf Euro. Nun kann ich Radio und CDs vom selben Gerät hören. Bis auf weiteres. Wenn ich die Radiosender umschalte, knackt es schon verdächtig im CD-Player. Wahrscheinlich brauche ich in einem Dreivierteljahr die nächste Anlage. Aber immerhin habe ich jetzt den Koax-Adapter. Damit bin ich für alle Widrigkeiten gerüstet. Matthias Reichert

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30.11.2014, 12:00 Uhr

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