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Immer als Vorletzter

Fünftes „Heimspiel“ für Almklausi

Heimspiel für Almklausi: Der Mann, der sein Geld mit Auftritten vor Ballermann-Publikum verdient, lebt einen Kilometer von der Bästenhardt-Halle entfernt. Hier veranstaltet er am Samstag einen seiner Events, von dem er später sagen wird: „Ich bin mir nicht sicher, ob die Mössinger das wollen.“ Die Halle ist leidlich besucht. 450 Leute seien da, aber halt vor allem Auswärtige, selbst aus der Schweiz, sogar aus Hamburg.

09.11.2014

Aber, so Almklausi: „Ich wollte es vor allem für die Leute hier in der Umgebung machen.“

Dafür stürzte er sich in Unkosten, organisierte, zusammen mit seiner Freundin, alles selbst. Bis fünf Uhr nachmittags baute man auf, um halb sieben sei er schon wieder da gewesen. Letztes Jahr sei die Veranstaltung „bumsvoll“ gewesen. Dieses Mal habe wohl die Konkurrenz einer Ü-40-Party in Reutlingen und der Auftritt der Schürzenjäger in Rangendingen eine Rolle gespielt.

Vielleicht sind die Leute aber auch etwas partymüde – die Saison der großen Herbstfeste in München und Stuttgart ist vorbei. Manche sparen ihre Energie wohl für die Fasnetszeit. Immerhin finden sich noch genügend Frauen und Männer, die gerne Dirndl und Krachlederne tragen wollen. Und die einen Sinn für Ficken haben. So heißt der Partylikör, der an diesem Abend reichlich durch die Kehlen der Gäste fließt. Bis die Sinne schwinden und die Beine nachgeben.

Den Auftakt macht Newcomer Stefan Naihaus. Tina und Jens kennt manche(r) von ihren Auftritten auf dem Stuttgarter Wasen. Sie brachten einen Fanbus mit. Damit jemand aus dem Fernsehen dabei sei, habe er Gabby verpflichtet. Die aus dem Dschungelcamp. Konnte sie es denn? Almklausi verdreht die Augen. Für eine Hüttenparty sei deren Liedauswahl einfach nicht gut gewesen. Sie war der nominelle Hauptact, denn er selbst, so Almklausi, gehe grundsätzlich als Vorletzter auf die Bühne. An diesem Abend verlängerte er seine Schicht. Die dauert normalerweise 45 Minuten. An diesem Abend sang er doppelt so lang: „Hier muss ich das machen.“ Katja Boll aus Gomaringen gefiel es: „Klausi hat gehalten, was er versprach. Aber es ist ein bisschen arg Party. Viel Können steckt nicht dahinter.“

Fünftes „Heimspiel“ für Almklausi

Immerhin hat der Mann eine ordentliche Karriere hingelegt. Der ehemalige Verkaufsleiter eines Möbelhauses hatte zu einer Weihnachtsfeier das Pippi-Langstrumpf-Lied mit einem Luder-Text versehen, ein Produzent wurde auf ihn aufmerksam. Seitdem macht er Fetenmusik. Mittlerweile auf Mallorca, beim Après-Ski in Sölden und in hiesigen Bierzelten. Am meisten werde er für die Fasnetssaison gebucht. Worauf kommt es bei diesen Liedern an? Nicht auf die Strophen, erklärt Almklausi. Der Refrain muss aussagekräftig sein. Etwa wie der von Kollege Mickie Krause, dessen Stück ein paar Minuten vorher läuft: „Biste brown, kriegste Frau‘n“. Und warum hat diese Art der Fetenkultur seit drei, vier Jahren hierzulande so viel Erfolg? „Weil die Leute an Verkleidung Spaß haben“, sagt Almklausi.

Ob es die Veranstaltung ein weiteres Mal geben wird? Auch wenn Almklausi verkündete, es sein lassen zu wollen, sagt er, nicht ohne Stolz, zwischen Umkleide und Toilette sei er von gut 30 Leuten gebeten worden, weiter zu machen.

Michael Sturm

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09.11.2014, 12:00 Uhr

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