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Full Metal Village

Liebevoll ohne Tiefgang: Doku über ein dörfliches Mekka des Heavy Metal.

Liebevoll ohne Tiefgang: Doku über ein dörfliches Mekka des Heavy Metal.

Full Metal Village

© null 02:06 min

FULL METAL VILLAGE
Dokumentarfilm - Deutschland

Regie: Sung-Hyung Cho


- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015
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Am Mittwoch, 30. Juli 2008, um 21 Uhr im Sudhaus-Biergarten.

Wo die Angst (vor Globalisierung et cetera) regiert, wächst offenbar das Bedürfnis nach einer wärmenden Kuschelecke, wofür sich „Heimat“ schon immer vortrefflich geeignet hat. Jedenfalls ist dies nach „Wer früher stirbt“ der zweite Film, der in die angeblichen Wonnen der ländlichen Provinz eintaucht und damit beachtliche Zuschauerzahlen einfährt.

Diesmal geht die Reise in den holsteinischen Flecken Wacken, wo das Leben der überwiegend mit Viehzucht beschäftigten Bevölkerung einen für Stadtmenschen fast provozierend ruhigen und gelassenen Gang nimmt. Das mag freilich auch an der Darstellung der Regisseurin Sung-Hyung Cho liegen, deren Bilder von wogendem Korn, glücklich grasenden Kühen und behaglich Kaffee schlürfenden Menschen leicht darüber hinwegtäuschen, dass die Landwirtschaft auch hier ein schnöder Industriezweig ist.

Äußerer Anlass der Dokumentation ist ein Heavy-Metal-Festival, das alljährlich Zehntausende aus ganz Europa auf die Dorfwiesen lockt, aber das spielt erst im letzten Drittel eine größere Rolle. Davor porträtiert die seit 17 Jahren in Deutschland lebende Koreanerin ein Handvoll Eingeborener: vom kauzigen Milchbauern über die gottesfürchtige Oma bis zum Teenager mit Modelträumen. Trotz partieller Unzufriedenheit und kleinerer politischer Unkorrektheiten vermitteln sie den Gesamteindruck, hier sei die Welt noch in Ordnung – erst recht, wenn am Ende Dörfler und Schwermetallfans sich feierlich vermischen und letztere beim Begrüßungskonzert der Blasmusikkapelle pflichtschuldig headbangen. Wer darin einen Modellfall kultureller Toleranz sieht, verkennt allerdings, dass Heavy Metal schon immer ein primär auf dem Lande gedeihendes Genre war.

Alles in allem trägt Regisseurin Cho einige possierliche Miniaturen zusammen, ohne dass sie dem Sozialgefüge oder gar der „Seele“ des Dorfes besonders nahe kommt. „Full Metal Village“ ist ein sympathischer, aber oberflächlicher Film, dessen hohe Wertschätzung in den Großstadt-Medien verblüfft. Vielleicht gilt dort schon als Zeichen von Witz oder Wahrhaftigkeit, wenn eine Kuh artgerechte Töne von sich gibt.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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27.07.2007

12:00 Uhr

manu schrieb:

absoluter Oberhammer!!!! Für mich der beste deutsche "Film" des Jahres!!! Und eine der besten Dokus überhaupt! Das Plakat habe ich umgehend über meinen Schreibtisch gehängt!



22.06.2007

12:00 Uhr

Schlingel-Chris schrieb:

Unterhaltsamer Film über ein Dorf in der nördlichen Einöde. So richtig ums Festival geht es leider erst im letzten Drittel des Films. Über den nördlich-kauzigen Charme der Bewohner von Wacken muss man schon das ein oder andere Mal schmunzeln!



27.05.2007

12:00 Uhr

Christine schrieb:

Von wegen Idyll! Beklemmendes Spießertum in tatsächlich schön zu schauender Landschaft.



19.05.2007

12:00 Uhr

F-Tasen user schrieb:

ein durchaus gelungener Film.
Bestnote. Anschaun.



18.05.2007

12:00 Uhr

Stan schrieb:

Ich bin Holsteiner. Realistische Darstellung der Menschen.



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