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Toter Dachs am Straßenrand

Fund bei Rottenburg veranlasst zur Frage: Gibt‘s die häufig?

Ein toter Dachs an der Straße zwischen Kiebingen und Rottenburg veranlasste TAGBLATT-Leser Jens Rüggeberg zur Frage: Gibt’s die bei uns häufiger? Sogar ziemlich häufig, antwortete uns Bernhard Herrmann, Leiter des Hegerings Rottenburg.

12.08.2015
  • Ulrich Eisele

Rottenburg. Man sieht sie selten, denn Dachse sind scheue, nachtaktive Tiere. Tagsüber verstecken sie sich im Bau. Erst in der Dämmerung ziehen sie los, um Nahrung zu suchen. Im Rammert gebe es ziemlich viele Dachse, sagte uns Bernhard Herrmann, der als Hegeringleiter örtlicher Vertreter der Kreisjägerschaft in Rottenburg ist. „Außerdem sieht man sie schlecht, weil sie sich nachts mit ihrem grauen Pelz kaum von der Umgebung abheben.“

Das Tarnkleid wurde wohl auch dem an der L 370 überfahrenen Dachs zum Verhängnis. Vermutlich wurde das relativ schwerfällige Tier beim Wechseln über die Straße von einem Auto erfasst und getötet. Möglicherweise hat ihn der Fahrer noch von der Straße gezerrt, denn neben dem Kadaver lag ein Taschentuch. Korrekt wäre gewesen, den Vorfall der Polizei oder dem Forstamt zu melden. Dann wäre das tote Tier zeitnah abgeholt worden. So lag er noch am Sonntagabend an derselben Stelle.

Nach einem Einbruch im Vorjahr habe die Dachspopulation in diesem Jahr wieder zugenommen, berichtete Bernhard Herrmann. Auf zehn Hektar komme etwa ein Dachs, was bedeuten würde, dass im Rammert zirka 300 Dachse leben. Manchmal sehe er einen, sagte Herrmann, der über die Straße zum Neckar hinunter wechselt. Landwirte und Gütlesbesitzer hätten auch schon über Schäden in den Gärten berichtet, zum Beispiel an ihren Kartoffeln oder Weinstöcken.

Dachse sind Allesfresser, sie ernähren sich von Insekten, Regenwürmern und Mäusen, aber auch von Vögeln und Vogeleiern, Maulwürfen und sogar von jungen Wildkaninchen. Vor allem im Sommer und Herbst fressen sie zudem Getreide, Mais, Obst, Beeren, Samen, Wurzeln und Knollen.

Als Schädling darf der Dachs bejagt werden. Die grün-rote Landesregierung hat die Jagdperiode für Dachse im neuen Landesjagdgesetz sogar verlängert: von 1. August bis 31. Dezember für Altdachse und vom 1. Juni bis 31. Dezember für Jungtiere. Gezielt würden die Jäger aber nicht Jagd auf den Dachs machen, sagte Bernhard Herrmann, „nur wenn man zufällig einen erwischt“.

So bleibt die größte Gefahr für dieses größte Raubtier aus der Familie der Marder das Auto. In Mittelschweden, wo diese Tiere häufiger vorkommen, liegt ungefähr alle 20 Kilometer ein toter Dachs am Straßenrand.

Fund bei Rottenburg veranlasst zur Frage: Gibt‘s die häufig?
Ein ganz schön großer Brocken ist dieser tote Dachs, den ein Radfahrer am Sonntag zwischen Kiebingen und Rottenburg im Straßengraben fand. Vermutlich wurde er beim Wechseln über die Straße von einem Auto erfasst. Bild: Rüggeberg

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12.08.2015, 12:00 Uhr

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