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Nasa sucht neue Astronauten - Geplante Missionen länger als je zuvor

Fußabdruck auf dem Mars

Die Nasa sucht neue Astronauten. Die Prüfung wird hart: Bewerber müssen Monate in sehr beengten Verhältnissen leben können - künftige Reisen sollen weit weg von der Erde führen.

18.11.2015
  • JOHN DYER

Boston Die Regierung der USA sucht ganz besondere Mitarbeiter. Arbeitsplatz ist der Mars - unter anderem. Denn die US-Weltraumbehörde Nasa weitet ihr Raumfahrtprogramm aus und braucht deshalb neue Astronauten. Neue Besuche auf dem Mond sind geplant, Landungen auf Asteroiden vor 2030 und die erste bemannte Mission zum Mars irgendwann in den kommenden 15 bis 25 Jahren.

Nasa-Administrator Charles Bolden spricht von einer "Mars-Generation", die das Ziel realisieren solle, "unseren Fußabdruck auf den Roten Planeten zu setzen". Bolden: "Wer für diesen Dienst ausgesucht wurde, wird mit in den USA gebauten Raumschiffen von amerikanischem Boden abfliegen, bedeutende Forschung und Wissenschaft an Bord der Internationalen Raumstation vorantreiben und mithelfen, die Grenzen der Technologie in den Raum des tiefen Weltalls zu verschieben."

Es ist die erste Werbekampagne der Nasa seit vier Jahren nach Budgetkürzungen und Veränderungen der US-Raumagentur, die jetzt mit privaten Firmen zusammen arbeitet, die Raketen und Raumkapseln bauen. Die neuen Astronauten sollen in der Internationalen Raumstation (ISS) arbeiten, in zwei kommerziellen bemannten Raumschiffen und dem Raumfahrzeug "Orion" der Nasa zur Erforschung des so genannten "tiefen" Weltalls.

Bewerbungen will die Nasa von Mitte Dezember bis Mitte Februar annehmen. Die Auswahl der Kandidaten soll bis Mitte 2017 dauern.

Die Anforderungen sind hoch. Die künftigen Astronauten müssen mindestens einen Bachelor-Abschluss in Ingenieurwissenschaften, Physik, Biologie oder Mathematik haben. Sie müssen mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung oder 1000 Flugstunden als Jet-Pilot mitbringen. Bei der Nasa müssen sie eine Prüfung durchlaufen, um festzustellen, ob sie für einen langen Aufenthalt im Weltall geeignet sind.

Die Nasa erwartet viele Bewerbungen. Bei der letzten Stellenausschreibung hatten sich 6000 Menschen beworben. Nur acht wurden genommen. Diesmal sollen 14 Stellen besetzt werden, wie die Leiterin der Auswahlabteilung, Anne Roemer, mitteilt. 300 Menschen sind derzeit bei der Nasa im Astronautentraining. Im aktiven Dienst sind 47 Astronauten.

Der frühere Astronaut Winston Scott bezeichnet den "Durchhaltetest" bei der Nasa als den wohl wichtigsten Faktor bei der Auswahl der Kandidaten für eine Anstellung. Scott, der heute Vizepräsident des Florida Institute of Technology ist, bezeichnet den physischen und psychischen Stress des Arbeitens in beengten Räumen als unglaublich. "Du bist da vier Monate oben und machst immer wieder und wieder dasselbe. Du kannst nicht mal vor die Tür gehen und eine Auszeit nehmen. Du steckst in derselben Umgebung fest."

Das neue Team von Astronauten soll länger als je zuvor im Weltall arbeiten. Flüge des einstigen Raumgleiters haben nur zwei Wochen gedauert. Der Astronaut Scott Kelly war acht Monate lang im Weltall. Aber Flüge zum Mars werden mehr als anderthalb Jahre lang dauern, eventuell drei.

Jüngste Studien der Nasa, der Europäischen Raumfahrtagentur und der russischen Roskosmos haben ergeben, dass sich die Gehirne der Astronauten bei Langzeitaufenthalten im Weltraum verändern. Das Gehirn könnte dem Astronauten fälschlich signalisieren, dass er falle, weil sich die Innenohrflüssigkeit so verhält, als mache die Person einen übermäßig langen Kopfstand. Im Weltraum gibt es aber kein Oben und Unten. Laut Studie könnten die kognitiven Fähigkeiten herabgesetzt werden.

Jason Dais von der Planetary Society in Pasadena, die die Kürzungen im Nasa-Programm kritisiert hatte, sagte zu den neuen Plänen: "Wir müssen neue Techniken anwenden, die es für Apollo noch gar nicht gegeben hat. Ein Flug zum Mars ist um Meilen anders als alles, was zuvor im bemannten Raumflug gemacht worden ist."

Fußabdruck auf dem Mars
Die Nasa hat viele Projekte. Unter anderem soll es zum Mond und später auch zum Mars gehen. Ein Traum vieler Raumfahrtfans. Fotos: © nikonomad/fotolia.com/dpa

Fußabdruck auf dem Mars

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18.11.2015, 12:00 Uhr

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