Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Das Ding in den letzten Minuten

Fußball: 500 Zuschauer und eine glückliche Spvgg Mössingen, die im Landesliga-Derby Nehren 2:1 besiegt

Und dann hat Mössingen doch noch zugeschlagen: Zwei Minuten vor Schluss erzielte Kevin Schneider gestern vor 500 Zuschauern mit seinem zweiten Tor des Tages den 2:1-(1:0)-Siegtreffer im Steinlachtal-Landesliga-Derby gegen den SV Nehren.

19.11.2012
  • Tobias Zug

Mössingen. Die letzten fünf Minuten des Spiels laufen. 1:1 steht’s. Das heißt: höchste Alarmbereitschaft für die Kicker des SV Nehren. Aber wie schon vergangene Woche zum 2:3 in Rottweil oder beim 2:3 in Schramberg kassierten sie „wieder so ein Last-Minute-Ding“, wie Nehrens Torjäger Pedro Keppler knurrend anmerkte. Ein „Ding“, das alle Mössinger Spieler in Ekstase versetzte, die einen verwirrt-verwobenen Menschenknäuel an der Eckfahne bildeten, aus dem Orhan Bobic nur mit einem Krampf wieder herauskam.

Landesliga-Derby: Mössingen schlägt Nehren 2:1

© Die Ligen 15:21 min

Dieses „Ding“ in Worten: Einen Mössinger Eckball von Max Maier getreten, köpfen die Nehrener aus dem Strafraum (88.), die alle brav herausrücken. Doch der Ball landet bei Stefan Mader, der schnell zu seinem Spvgg-Mitspieler Kevin Schneider passt – und der steht plötzlich frei vor dem Tor und schiebt den Ball an Nehrens Torhüter Sergej Konradi vorbei zum 2:1.

Und das in einem Spiel, „in dem ich mich an keine einzige Aktion unseres Torhüters erinnern kann“, wie SVN-Trainer Domenico Sbordone sagte. Unter Dauerbeschuss stand Sergej Konradi wahrlich nicht. Weil Mössingen sich auf das besann, was es gut kann: Schnell hinter den Ball kommen, sich in die Zweikämpfe reinhauen und so den oft verspielten Nehrenern die Lust am Spiel zu nehmen. „Es ist einfach schwer, gegen eine so gestaffelte Mannschaft immer wieder das Spiel zu gestalten“, sagte Sbordone. Wenn’s für Mössingen mal Platz für eigene Aktionen gab, wurde der schnell ausgenutzt: Nachdem Kevin Schneider von Kevin Frank kurz zuvor elfmeterreif gefoult worden war, entwischte er diesem später (29.) und rutschte in die Flanke von Maier – 1:0.

Fußball: 500 Zuschauer und eine glückliche Spvgg Mössingen, die im Landesliga-Derby Nehren 2:1
Kevin Schneider springt am höchsten: Der Mössinger (links gegen Nehrens Kevin Frank) schoss sein Team mit zwei Treffern zum Derbysieg. Bild: Rippmann

Nach der Pause spielte Nehren schnörkelloser, zog das Spiel auch mehr in die Breite. Lohn: Daniel Seemann schoss (54.) das 1:1. Jetzt spielte fast nur Nehren, acht Minuten später köpfte Mössingens Sebastian Haas kurz vor der Torlinie den Ball weg, welchen Moritz Glasbrenner nach Zuspiel von Keppler über den herausstürmenden Öztürk gelupft hatte. „Die zweite Halbzeit war nicht unsere Halbzeit“, sagte Mössingens Spielertrainer Bernd Bauer. „Wir haben uns zu weit hinten reindrängen lassen“, sagte Orhan Bobic, der vor zwei Jahren noch in Nehren gekickt hatte.

Doch am Ende wurde für die Spvgg alles gut. „Dieses Glück muss man sich halt auch verdienen“, sagte Bauer, während Bobic von einem „geilen Gefühl“ sprach. Der aus Mössingen stammende Pedro Keppler fand dagegen: „In hundert kalten Wintern darfst du so ein Spiel nicht verlieren. Wir müssen in solchen Spielen endlich mal bis zum Schluss konzentriert bleiben!“

Spvgg Mössingen: Öztürk; Stopper, Haas, Mader, Bobic, Binder, Knop (71. Heinz), Maier (89. Fink), Bauer, Klett, Schneider (90. Leins).

SV Nehren: Konradi; Seemann (72. Amann), Keller, Frank, Felici (74. Cerabona), Munoz-Dominguez, De Souza, Braun, Bäuerle, Glasbrenner, Keppler.

Info: Eine Video-Zusammenfassung gibt es ab heute Nachmittag auf www.tagblatt.de im Internet.

Es war so was wie ein „Who is who“ des Steinlachtal-Fußballs, das sich gestern in Mössingen versammelte unter den 500 Zuschauern: Manfred Speiser, langjähriger Vorsitzender des TSV Ofterdingen, war da, Helmut Wiech, ewig langer Manager des TSV Ofterdingen und der Spvgg Mössingen, der zur Halbzeit von einem „für Landesliga-Verhältnisse guten Spiel“ sprach, Bodelshausens Fußball-Ikone Kristian Bader und Staffelleiter Siegbert Wagner. „Das war ein geiles Feeling, als man da vor so vielen eingelaufen ist, vor allem für die jungen Spieler“, sagte Spvgg-Spielertrainer Bernd Bauer. Dennoch: Stimmungstechnisch glich das Derby eher einem gemütlichen Tanzabend. Keine krachernen Anfeuerungsrufe oder sonstige verbalen Erregungen wie sie es bei solchen Nachbarschaftsduellen ganz früher schon gab.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

19.11.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball