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Ein Kicker mit Klampfe

Fußball: Der Gündringer Rouven Lohrer spielt am 5. Januar mit den F-Town-Allstars beim Horber Stadtteilpokal

Das gibt’s selten: kickende Musiker beziehungsweise musizierende Kicker. Rouven Lohrer (29) ist eine Ausnahme. Er schnürt die Fußballstiefel für den SV Gündringen und singt und spielt Gitarre in gleich zwei Coverbands.

19.12.2014

Was ihm als Fußballer nie vergönnt war, wird für Rouven Lohrer in seinem 30. Lebensjahr nun endlich Realität als Musiker: Er darf beim Horber Stadtteilpokal-Turnier spielen. Wenn Lohrer von der Veranstaltung spricht, kommt er ins Schwärmen: „Das ist das am professionellsten aufgezogene Hallenturnier, das ich kenne – vom Glaspalast in Sindelfingen mal abgesehen“, sagt er. „Klar hätte ich da schon auch mal gern mitgekickt.“

Doch weil er von der Jugend an beim SV Gündringen spielt, kam das nie infrage. „Und nur für ein Turnier wechselt man jetzt auch nicht gerade den Verein.“ Stattdessen hat Lohrer viele, viele Male beim Nagolder Stadtpokal mitgespielt. Auch da gibt’s eine Rundumbande. Doch damit haben sich die Gemeinsamkeiten auch schon fast. „Die beiden Turniere kann man nicht vergleichen“, sagt Lohrer. „Das ist in Horb einfach was anderes.“

Dennoch ist die Anspannung gut zweieinhalb Wochen vor dem Konzert im Anschluss an die Siegerehrung noch überschaubar bei Lohrer: „Das ist relativ gemütlich. Wir machen das ja alle öfters“, sagt er. „Das Kribbeln kommt erst, wenn man sich dann hinter der Bühne trifft.“ Auf der Bühne, vermutet Rouven Lohrer, wird er dann sicherlich den einen oder anderen einstigen Gegenspieler erblicken: „Ich werde wahrscheinlich viele Gesichter kennen.“

Als Fußballer streift Lohrer sich noch immer regelmäßig das blaue Trikot des SV Gündringen über. Seit er denken kann, kickt er für den Ort, in dem er aufgewachsen ist. Auch wenn er inzwischen in Hochdorf wohnt. „Vereinstreue wird hier ja noch groß geschrieben“, sagt Lohrer.

Seine großen Zeiten als Fußballer liegen inzwischen jedoch hinter ihm. Beim Bezirkspokalsieg 2011 und den Aufstiegen in die A-Liga und in die Bezirksliga erlebte er so manche seelige Stunde. Inzwischen läuft Lohrer auf der rechten Abwehrseite für die zweite Mannschaft auf. Doch nach dieser Saison wird auch damit Schluss sein. Lohrer will endlich mehr Zeit für sein Töchterchen haben. „Und alles bekommt man eben nicht mehr unter einen Hut.“ Schon jetzt schafft er es kaum noch ins Training. Tagsüber arbeitet der gelernte Steuerfachangestellte als Controller bei einem Calwer Baustoffhändler. Ein, zwei Mal die Woche gibt er dazu noch Gesangsunterricht in Freudenstadt.

Er selbst hat zehn Jahre lang Gesangs-Unterricht unter anderem bei Reiner Hiby in Nagold genossen. Das Gitarrespielen hat er sich parallel selbst beigebracht – und mithilfe von befreundeten Musikern. Und inzwischen hat er an der Musik auch mehr Freude als am Kicken. Auch aufgrund der größeren Begabung. „Die Musik erfüllt mich mehr. Da kann ich eher kreativ walten“, sagt Loher. „Beim Fußball befolge ich in erster Linie, was der Trainer sagt.“ Vielleicht liegt es auch daran, dass Lohrers Talent nicht ganz gleich auf seine beiden Hobbys verteilt ist: „Ich sage immer im Spaß, wenn ich als Fußballer so gut wäre wie als Musiker, hätte ich höher gekickt als Bezirksliga.“ Spricht’s und lacht.

Doch mit Kicken ist demnächst ja eh Schluss. Obwohl, neulich hat Rouven Lohrer eine E-Mail mit einer Einladung zu den Alten Herren bekommen. „Vielleicht spiele ich bald da mit“, sagt er – und fügt hinzu: „Ohje, jetzt rede ich schon über die AH.“ Tröstlich immerhin, dass es solche Probleme in der Musik nicht gibt.Vincent Meissner

Fußball: Der Gündringer Rouven Lohrer spielt am 5. Januar mit den F-Town-Allstars beim Horber
Während Rouven Lohrer (ganz links im Dreikampf gemeinsam mit seinem Bruder Michael gegen Dornstettens David Anselm) mit dem SV Gündringen II meist nur vor einer Handvoll Edelfans spielt, sind bei den Konzerten der F-Town-Allstars (rechts auf dem Bild mit Sänger Rouven Lohrer ganz in Schwarz im vergangenen Jahr bei der On-Fire-Party der Horber Feuerwehr) und Lohrers zweiter Band Ambience in der Regel ein paar Leute mehr da. In Kempten haben die F-Town-Allstars bei der Festwoche auch schon vor knapp 3000 Zuschauern gespielt, erzählt Lohrer. Auch beim Horber Stadtteilpokal-Turnier rechnet er mit mehr als tausend Besuchern.Archivbilder: Ulmer, jas

Fußball: Der Gündringer Rouven Lohrer spielt am 5. Januar mit den F-Town-Allstars beim Horber

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19.12.2014, 12:00 Uhr

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