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Fußball: Der Tübinger Traditionsverein will sich professioneller aufstellen
Robert Hofacker: In Zukunft brüllt er beim SV 03. Archivbild: Ulmer
SV 03 holt Robert Hofacker

Fußball: Der Tübinger Traditionsverein will sich professioneller aufstellen

Das gibt’s selten: Obwohl der SV03 Tübingen Erster der Bezirksliga ist, wird der Trainer gewechselt. Generell krempeln die Verantwortlichen den Klub intern um. Das Hauptziel: professionellere Strukturen. Dafür kommt Trainer Robert Hofacker.

15.04.2016
  • Moritz Hagemann

Tübingen.Schon einmal haben sich der SV 03 und Trainer Steve Trevallion getrennt. Das war im Sommer 2012. Der Grund war simpel: Der Brite übernahm als Co-Trainer beim Regionalligisten SSV Ulm. Der Nulldrei entschied sich für eine prominente Nachfolge-Lösung – und holte Uwe Freund. Der fand das Charisma des Klubs so besonders, dass er dafür seine Aussage revidierte, nie mehr einen Klub unterhalb der Landesliga übernehmen zu wollen. Das Ende der Geschichte: Nach einem Jahr holte der Verein Trevallion zurück. Bald geht er wieder. Zu einem Zeitpunkt, an dem der SV 03 so gut da steht wie nie zuvor in der zweimaligen Amtszeit des Briten.

Hofacker holte mit dem SSV den WFV-Pokal

Einen neuen Klub hat Trevallion jetzt noch nicht gefunden. „Ich habe gar nichts im Kopf, was ich machen könnte“, sagt er. Vergangene Woche erst wurde im Klub mit ihm über seine Zukunft diskutiert. „Normalerweise spricht man mit einem Trainer in der Winterpause“, sagt Trevallion. Aber es sei das gute Recht des Vereines, diese Gespräche auch erst so spät zu führen. Jetzt erfolge die Trennung allerdings „in beidseitigem Einvernehmen“ – das sagen Trevallion und Marco Müller, der SV-Spielleiter, unisono.

Bei der Nachfolgesuche sind die Verantwortlichen auf Robert Hofacker gestoßen. Der kickte einst mit Nulldrei-Abwehrspieler Michael Urban beim SSV Reutlingen zusammen. Der 48-jährige Ex-Profi führte den Oberligisten SSV Reutlingen vor erst knapp einem Jahr zum WFV-Pokal-Sieg und trat unmittelbar nach dem Spiel auf dem Rasen des Stuttgarter Waldau-Stadions als Reutlinger Trainer zurück. Bis zum Ende der laufenden Saison ist er noch als sportlicher Leiter beim Landesligisten TSG Young Boys Reutlingen tätig. Der SV 03 sei für ihn eine „sehr interessante Sache. Mir geht es darum, dass der Verein ein tolles Umfeld hat“, sagt Hofacker. Auch hat er die Arbeit von Trevallion verfolgt – und die Art und Weise, wie der Nulldrei mit seinem Trainer umgegangen ist: „Man hat ihn in Ruhe arbeiten lassen“, hat Hofacker festgestellt. „Das gibt es in der Region nicht mehr oft.“ Torwarttrainer Andreas Urban bleibt beim Nulldrei, ein Assistent werde noch gesucht.

Hofacker, der einst Co-Trainer des heutigen deutschen U20-Nationaltrainers Frank Wormuth war, sei der absolute Wunschkandidat des SV 03 gewesen: „Wir haben mit keinem anderen Trainer gesprochen“, sagt Müller, der auch Gerüchte zurückweist, dass mit Michael Urban eine interne Trainerlösung zur Debatte gestanden habe. Der SV 03 habe einen Trainer gewollt, der eine Lizenz besitzt und kein Spielertrainer ist. Gemeinsam mit Hofacker, der ligaunabhängig zugesagt hat, will der SV 03 nun seinen Kader formen. Beide Partien hätten ihre Listen mit potenziellen Zugängen aufgezeigt, Müller stellte „eine große Deckungsgleichheit an vielen Stellen“ fest. Auch über Hofackers kickenden Sohn Julian sei schon diskutiert worden. Der 23-jährige Verteidiger spielt bei Landesligist TuS Metzingen, „aber ich glaube nicht, dass er zu uns kommen wird“, sagt Müller. Zwei Spieler hat der Klubs bereits verpflichtet, nennt aber keine Namen. Einer davon kommt nur im Aufstiegsfall. Weiter erhofft sich Müller, dass Hofacker seine Kontakte in die Reutlinger Fußballszene nutzen kann.

Müller plant bereits die Zukunft des Klubs, will professionellere Strukturen schaffen und gemeinsam mit Hofacker auch vermehrt auf junge Talente aus der Region bauen. „Mit Geldscheinen schmeißen wir nicht um uns“, sagt Müller. Der will bei der Mitgliederversammlung im Mai ein Zukunftskonzept vorstellen und die Arbeit auf viele Schultern verteilen. „Wir sind überlastet“, sagt Müller über die Verantwortlichen im Verein. Der Aufstieg in die Landesliga soll den Auftakt für eine erfolgreiche Zukunft darstellen. Doch Müller weiß: „Im Moment müssen wir einfach zweigleisig planen.“

Sammy Egetemair bleibt beim SV 03 II – auch beim Abstieg

In der Tübinger A-Liga kämpft die zweite Mannschaft des SV 03 Tübingen gegen den Abstieg. Nach dem Vorbild anderer Klubs wie dem SSV Reutlingen oder auch dem Nachbarn TSG Tübingen will der SV03 aus der zweiten Mannschaft zukünftig eine U23 formen. „Wir wollen unsere eigenen Talente noch besser fördern“, sagt SV-Spielleiter Marco Müller. Sammy Egetemair wird die Tübinger ligaunabhängig auch in der kommenden Saison betreuen. Der 35-Jährige solle aber mehr und mehr das Spielertrainer-Dasein beenden und auf dem Platz den jungen Spielern den Vortritt lassen. Schon in der laufenden Saison stand Egetemair erst fünf Mal in der Startelf der Tübinger. Außerdem will der Klub zur kommenden Saison wieder eine A-Jugend installieren. „Ob in einer Spielgemeinschaft oder eigenständig, das überlegen wir noch“, sagt Müller. Und auch, wer die A-Junioren trainieren könnte.

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15.04.2016, 17:00 Uhr

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