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Das Ende des Abenteuers

Fußball: Die Frauen des TV Derendingen sind auf Abschiedstour in der Regionalliga

Theresa Merk, Trainerin des TV Derendingen, macht sich keine Hoffnungen mehr. Der Abstieg aus der Regionalliga ist nicht mehr abzuwenden. Merk bewertet die beiden Jahre in der Regionalliga dennoch positiv.

14.04.2016
  • Moritz Hagemann

Tübingen.In Hegau begann es, das Abenteuer des TV Derendingen in der Regionalliga. Das war im September 2014. Da war der TVD zum ersten Mal überhaupt in seiner Geschichte in dieser Spielklasse dabei. Es folgte eine fulminante Hinserie, die Offensive des TVD war das Prunkstück: Nur zwei Teams machten im ersten Halbjahr der Saison 2014/15 mehr Regionalliga-Tore als Derendingen. Dann beendete Torjägerin Tina Wurster ihre Karriere – und die Misere begann. Von den 28 Spielen, die bis heute folgten, gewann der TVD nur noch vier. Nun muss der Klub am Sonntag (14 Uhr) beim FV Löchgau gewinnen. Sonst ist der Abstieg besiegelt.

Überraschend kommt das nicht mehr. „Ich glaube, dass in der Winterpause den meisten klar war, dass es nicht mehr reichen wird“, sagt TVD-Kapitänin Nina Weiß. Die riss sich bei einem Hallenturnier im vergangenen Januar das Kreuzband im Knie. Kurz danach brach Stephanie Tweer zu einem Auslandsaufenthalt auf – der Tabellenletzte verlor auch noch zwei Schlüsselspielerinnen. „Danach war es aussichtslos“, gibt auch Trainerin Theresa Merk zu. Viel vorwerfen, sagt Merk, könne sich der TVD allerdings nicht. Der Verein habe versucht, im vergangenen Sommer mit ein paar neuen Spielerinnen die Qualität anzuheben. „Es ist nicht so, dass wir tatenlos waren“, sagt Merk. Aber ohne Geld sei der Markt sehr begrenzt: „Man kann nur das nehmen, was man bekommen kann.“ Im letzten Sommer sollte beispielsweise Sandra Borowski die großen Fußstapfen von Tina Wurster einnehmen. Die waren jedoch zu groß für die 19-Jährige, sie schoss nur zwei Saisontore. Merk nennt, neben der Aufstiegseuphorie, einen weiteren Grund, warum es nur im ersten Halbjahr in der Regionalliga so richtig lief: „Die Gegner konnten uns nicht einschätzen. Ich glaube, das hat uns viel gebracht.“

Im Training hätten ihre Spielerinnen immer Gas gegeben, sagt die Trainerin. Das bekräftigt Spielführerin Weiß. Und sagt: „Aber in den Spielen haben wir immer wieder dumme Fehler gemacht und vorne nichts getroffen.“ Deshalb sieht die Bilanz im zweiten Regionalliga-Jahr auch verheerend aus. 54 Gegentore? Die schlechteste Abwehr der Liga. Und auch die Offensive ist mit 16 Treffern die drittschwächste der Liga.

Doch die Regionalliga, das sagen Weiß und Merk unisono, sei für den Verein der richtige Schritt gewesen. Auch, weil daraus Lehren gezogen werden können. Weiß nennt den Nachwuchsbereich als wichtiges Kriterium: „Da kommt zu wenig, das ist so ein Punkt, bei dem wir mehr machen müssen.“ Merk jedenfalls klingt ob der jüngsten Vergangenheit ein wenig verzweifelt. „Mir wäre nichts mehr eingefallen, was wir hätten anders machen können“, sagt sie. So viel habe sie versucht.

Und so neigt sich das Kapitel Regionalliga dem Ende entgegen. Zwei kleine Ziele könnte sich der Klub noch stecken. „Vielleicht nicht als Letzter runter gehen“, sagt Merk. Möglich ist das, steht Eintracht Frankfurt doch in der Tabelle nur zwei Punkte vor dem TVD. Auch ein Erfolg in einem Auswärtsspiel gelang Derendingen in der laufenden Saison noch nicht. Doch längst ist die Zukunftsplanung das Thema. Der TVD kickt in der nächsten Saison wieder in der Oberliga, daran haben die Protagonistinnen keine Zweifel mehr. Torfrau Melanie Bölzle sagte nach dem Aufstieg 2014: „Jetzt geht für uns alle ein Traum in Erfüllung. Und in meinem Alter erlebt man so etwas sicher nur einmal in seinem Leben.“ Vielleicht schafft der TVD den Aufstieg ja doch ein zweites Mal.

Trainerin Merk geht nach Norwegen – wie geht es weiter?

Jetzt ist es offiziell: Trainerin Theresa Merk wird den TV Derendingen nach dieser Saison verlassen. Die 26-Jährige hatte das Team im Juli 2013 von Klaus Schäfer übernommen. Nun wird sie in Norwegen ein Auslandssemester ihres Sportstudiums absolvieren. Und danach? „Da hat der Beruf Vorrang“, sagt sie, „ich muss schauen, wo ich einen Job finde.“ Wer das Team übernimmt, steht noch nicht fest. Nina Weiß, die Kapitänin, sagt: „Vielleicht tut uns ein Neustart ohne Theresa ganz gut.“ Weiß befürwortet eine externe Nachfolge-Lösung. Allerdings betont die 30-Jährige, dass das Team gerne auch mit Merk weitergemacht hätte. „Sie ist eine sehr gute Trainerin, hat viel drauf“, sagt Weiß. Die lässt offen, ob sie selbst nach ihrem Kreuzbandriss nochmal spielt: „Im Moment weiß ich das nicht.“ Ob sie als Trainerin einsteigen könnte? „Da hab‘ ich mir noch keine Gedanken gemacht“, sagt Nina Weiß.

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14.04.2016, 01:00 Uhr

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