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Fünf Fehler zu viel gemacht

Fußball-Landesliga: Freudenstadt geht in Böblingen unter – 1:5

Das kommt auch selten bei Trainer Klaus Zistler vor: Bei der Pressekonferenz nach der 1:5-Schlappe bei der SV Böblingen gerät er bei der Spielanalyse des Fußball-Landesligaspiels ins Stocken. „Entschuldigung, ich muss erst auf meinen Zettel gucken, das waren heute ja so viele Tore“, sagte der Freudenstädter Coach, ehe er mit seiner Kritik so richtig begann.

18.10.2010
  • sascha eggebrecht

Böblingen. „Ich kann mich kurz fassen. Ein verdienter Sieg, auch in dieser Höhe“, betonte er und sagte noch: „Ich ärgere mich aber maßlos!“ Warum? Ganz einfach: seine Jungs haben beim Landesligaspitzenreiter eine 1:0-Führung leichtfertig aus der Hand geben – zu viele individuelle Fehler.

Nach einem zerfahrenen Beginn, mit sehr vielen Abspielfehlern auf beiden Seiten, setzte sich Michael Züfle in der 14. Minute auf der rechten Seite durch und passte zu Martin Schmid, der aus 20 Metern mit einem satten Linksschuss zur Führung getroffen hatte. Wer nun gedacht hatte, dass die Freudenstädter nun Sicherheit in ihr Spiel kriegen würden, der wurde enttäuscht.

Viele Unsicherheiten und Fehler treiben Zistler einige Schweißperlen auf die Stirn und das bei knapp sieben Grad Außentemperatur und Regen. Es waren aber auch haarsträubende Fehler, die sich einige Spieler erlaubten. Allen voran Gerhard Melewzik. Warum er am eigenen Strafraum aus einer völlig unbedrängten Situation den Ball völlig willenlos zu seinem Gegenspieler Scott Rogers gepasst hatte, aus der dann eine Ecke resultierte, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Auf jeden Fall erzielte Rogers (32.) dann nach dem Eckball per Kopf den 1:1-Ausgleich.

Aufregung dann in der 35. Minute: der Freudenstädter Simon Schau kommt in einem Laufduell gegen seinen Gegenspieler Hüseyin Öztürk einen Augenblick zu spät und mäht ihn übelst um. Böblingens Trainer Mario Estasi sprintet wie von der Tarantel gestochen auf das Spielfeld und forderte sofort die Rote Karte. Doch Schiedsrichterin Karoline Wacker sah es anders und beließ es bei einer Verwarnung – Gelb. Doch selbst Zistler sagte nach dem Spiel, dass ein Platzverweis auch gerechtfertigt gewesen wäre. „Ich war froh, dass Simon nicht vom Platz gestellt worden ist“, sagte Zistler.

Trotzdem war diese Szene auch mit Schuld an die Gegentore Nummer zwei und drei. „Da hatten die Spieler einfach Angst, richtig in den Mann zu gehen“, sagte Zistler, die Folge: In der 42. Minute liefen die Freudenstädter in einen Konter, der von dem überragenden Gökhan Akyüz zum 2:1 verwandelt wurde. „Dieses Gegentor hat mich wirklich geärgert. Durch Züfle haben wir noch eine große Chance und dann kassieren wir im Gegenzug dieses Tor.“ Ähnlich spielte sich dann auch das Tor zum 3:1 (44.) ab. Erneut war es eine Koproduktion zwischen Öztürk und Akyüz. Ohne Chance war erneut der Freudenstädter Torwart Lukas Betz, der wenig später dann wohl froh gewesen ist, in die Kabine gehen zu können – Halbzeit.

Nach dem Wiederanpfiff änderte sich das Bild auf dem Platz nicht. Böblingen spulte routiniert sein Programm runter und traf noch zweimal. Der dreifache Torschütze Akyüz krönte seine starke Leistung mit dem 4:1 (65.) und der eingewechselte Tobias Schmidt (76.) stellte den 5:1-Endstand her. Famos war zuvor die Vorarbeit von Hüseyin Öztürk, der Simon Schau wie einen kleinen F-Jugendspieler austanzte und dann seinen Mitspieler Schmidt mustergültig anspielte.

Trotz der Niederlage steckt Zistler den Kopf nicht in den Sand: „Wir wussten, dass es gegen Böblingen schwer werden würde. Diese Mannschaft hat ganz andere Ambitionen als wir. Wir wollen nur den Klassenverbleib“, stellte er klar.

Spvgg Freudenstadt: Betz, Daglar, Matanovic, Marc Züfle, Fahrner (83. Kirgis), Schau, Braun, Dagistan (67. Beißwenger), Michael Züfle, Schmid, Melewzik (67. Finkbeiner)

Fußball-Landesliga: Freudenstadt geht in Böblingen unter – 1:5
Abklatschen: Freudenstadts Martin Schmid (links) und Trainer Klaus Zistler hatten nur einmal Grund zur Freude. Archivbild: Ulmer

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18.10.2010, 12:00 Uhr

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