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Eigentlich zwei Sieger

Fußball-Landesligist TB Kirchentellinsfurt unterliegt Oberligist SSV Reutlingen im WFV-Pokal mit 1:3 (0:2)

Der Trainer des Siegers ist unzufrieden, der des Verlierers dagegen glücklich: Landesligist TB Kirchentellinsfurt hat dem Oberligisten SSV Reutlingen vor 400 Zuschauern einen großen Kampf geliefert – und war dem Ausgleich in der ersten Runde des WFV-Pokals mehrmals nahe.

27.07.2014
  • Moritz Hagemann

Kirchentellinsfurt. Eine Viertelstunde nach dem Abpfiff lachte Christoph Schneck schon wieder. Der 38-jährige Keeper des TB Kirchentellinsfurt hatte die Niederlage seiner Mannschaft mit eingeleitet. Als Schneck einen Querschläger am Rande des Fünfmeterraumes aus der Luft pflücken wollte, schlich sich SSV-Stürmer Dominik Grauer im Rücken an. „Ich habe gedacht, da kommt keiner“, sagte Schneck. Doch Grauer war da – und ließ den Ball über den Hinterkopf ins Tor rutschen. Der Favorit führte bereits nach elf Minuten, und der K‘furter Plan, so lange wie möglich die Null zu halten, war dahin. TBK-Trainer Jan Wachsmuth machte Schneck aber keinerlei Vorwürfe: „Man muss auch sehen, was er danach gehalten hat.“

Zweifelsohne: Schneck hatte einiges zu tun. Aber auch SSV-Schlussmann Enes Durmaz, der nicht immer den sichersten Eindruck machte, wurde beschäftigt – weil der TBK sich nicht nur versteckte, sondern auch mitzuspielen versuchte. Beispielsweise als Oliver Ambacher frei vor Durmaz auftauchte, aber so lange zögerte, bis ein Verteidiger dazwischen grätschte. Auch der Nachschuss wurde in höchster Not geklärt (39.). „Da müssen wir ausgleichen“, sagte TBK-Coach Wachsmuth. Im direkten Gegenzug baute jedoch der SSV seine Führung aus. Colin Bitzer ging auf der rechten Außenbahn zur Grundlinie, legte in den Rückraum ab, von wo aus Marc Golinski das 2:0 (40.) erzielte.

War der SSV noch vor der Pause überlegen und beeindruckte mit einem starken Gegenpressing, so war nach der Pause kein Zweiklassenunterschied zu sehen. TBK-Torhüter Schneck fand sogar, „dass wir da die bessere Mannschaft waren“. Und das machte sich bemerkbar: Flanke Tobias Lock, Flugkopfball Mauro La Forza – nur noch 1:2 (55.) aus TBK-Sicht. La Forza war es auch, der zwei Minuten später Phil Hombach bediente, der jedoch Durmaz umkurven wollte und hängen blieb – es hätte das 2:2 sein müssen.

Auf der anderen Seite blieb der SSV vor allem durch seine Standards gefährlich. Lukas Hartmann köpfte nach einem Eckball an die Latte (67.). Das Quergebälk traf auch Marc Golinski nach einer Direktabnahme in Spielminute 89. Erst in der Nachspielzeit machte der SSV den Deckel drauf. Die TBK-Spieler monierten eine Abseitsstellung, doch Golinski spielte quer auf Marcel Brandstetter, der aus kurzer Distanz zum 3:1-Endstand einschob (90.+2). „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte TBK-Trainer Wachsmuth, „wir haben uns riesig verkauft“. Sein Amtskollege Murat Isik resümierte hingegen, dass er „richtig unzufrieden“ sei. Die Mannschaft habe seine Ansprache, in der er sagte, dass im Pokal nur das Ergebnis zähle, schlicht zu wörtlich genommen. Dieses 3:1 stand zwar am Ende, doch eigentlich sind aus dieser Pokalpartie zwei Sieger hervorgegangen.

TB Kirchentellinsfurt: Schneck; Grauer (74. Leibssle), Tiedjens, Kalbfell, La Forza, Lock (64. Karakus), Wagner, Petershofer, Sauter, Hombach (74. Rockenbauch), Ambacher (85. Allgaier).

SSV Reutlingen: Durmaz; Wiesner, Eiberger, Ricciardi (89. Schall), Golinski, Hölzli, Bischoff (46. Hartmann), Grauer (46. Brandstetter), Schiffel, Bitzer (46. Renner), Feigl (62. Seemann).

Fußball-Landesligist TB Kirchentellinsfurt unterliegt Oberligist SSV Reutlingen im WFV-Pokal mit
Marc Golinski vom SSV Reutlingen (Bildmitte, im Zeikampf mit Kirchentellinsfurts Robin Wagner) hatte mit seinem Tor zum 2:0 und der Vorbereitung des 3:1 maßgeblichen Anteil am Pokalsieg.Bild: Ulmer

Weil selbst Landesligist TB Kirchentellinsfurt Schwächen im Reutlinger Defensivverbund offenlegte, will Trainer Murat Isik in diesem Bereich nachbessern: „Ich würde gerne noch einen Verteidiger holen.“ Er bemängelt auch, dass seine jungen Spieler zu nervös werden, wenn es mal nicht läuft. Raphael Schaschko verletzte sich am Donnerstag im Training am Innenband des Knies.

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27.07.2014, 12:00 Uhr

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