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Getrennt im eigenen Team

Fußball: Lukas und Marius Carl spielen gemeinsam und doch nicht zusammen

Lukas Carl (23) und Marius Carl (18) sind zwar mittlerweile beide bei den Aktiven des SV Gündringen – aber dennoch spielen sie kaum je zusammen. Denn der eine ist Bezirksliga-Spieler in der ersten Mannschaft, der andere hütet in der „Zweiten“ das Tor. Deswegen wollen die beiden diese Hürde auch bald überwinden.

28.11.2015
  • peter strigl

Gündringen. Wie bei so vielen, die bereits in jüngsten Jahren die Kickstiefel schnüren, war auch bei Lukas und Marius Carl der Vater die treibende Kraft. Da dieser selbst jahrelang das Tor der Gündringer gehütet hatte, wurde auch sein älterer Filius Lukas Carl in seinem ersten Spiel zwischen die Pfosten gestellt. Eine absolute Fehlentscheidung, wie sich schnell zeigte: „Ich habe in der ersten Hälfte sieben Tore kassiert, danach musste ich nie wieder in den Kasten“, erinnert er sich zurück. „Das war auch besser so.“ Stattdessen ging es für ihn in die ganz andere Richtung: Er wurde Stürmer. Und der Erfolg gibt ihm recht, mit bereits zwölf Toren in dieser Saison ist er Gündringens wichtigster Angreifer.

Vielleicht auch wegen dieser schlechten Erfahrung legte der Vater beim zweiten Sohn keinen solch großen Wert mehr darauf, dass dieser Torwart werde. Doch nach einigen Spielen als Libero trat Marius Carl (18) schließlich doch in des Vaters Fußstapfen und folgt ihnen bis heute. Für Marius Carl ist es nun die zweite Saison im Tor der zweiten Gündringer Mannschaft, er ist jedoch optimistisch, langfristig den Sprung in die Erste zu schaffen. Bis dahin kicken die beiden nur im Training zusammen, verfolgen die Spiele des anderen oder gehen eben so zusammen weg: „Wir haben einen großen gemeinsamen Freundeskreis“, sagt Lukas Carl. Dazu gehört auch der Rest der Mannschaft: „Das stärkt den Zusammenhalt“.

Wie auch ihre Mitspieler Niclas und Marvin Kiefer, die wir Ihnen im vergangenen Teil der Serie vorstellten, gab es auch für die Carl Brüder ein Intermezzo in den diversen Spielgemeinschaften, die Gündringen aufgrund seiner Größe eingehen musste. „Es gehen schon viele weg, in der Zeit als unser Vater gespielt hat, war das noch ganz anders, da hat jeder eine Ausbildung gemacht und weiter bei Gündringen gespielt“, fasst Lukas Carl die Problematik zusammen. Auch er selbst war die vergangenen zwei Jahre zum Studieren ausgeflogen, nur aufgrund seines Praxissemesters wohnt der Gebäudetechnik-Student wieder zuhause. Dort sei er im Moment ganz glücklich, noch glücklicher wäre er nur noch, wenn er mehr mit seinem Bruder zusammenspielen könnte.

Immer im selben Verein?

Lukas: Ich bin bei Gündringen, seit ich fünf Jahre alt bin. Zwischenzeitlich war ich dann wegen den Spielgemeinschaften in Haiterbach und Nagold. In der A-Jugend habe ich dann wieder angefangen, parallel bei den Aktiven von Gündringen zu spielen.

Marius: Ich spiel erst seit letztem Jahr wieder in Gündringen, vorher war ich bei Ergenzingen, weils mir in der SG mit Nagold mit den Leuten nicht so gepasst hat.

Ergänzt man sich?

Lukas: Wir haben einige Spiele zusammen gemacht, als unser Torwart Freddy Wurster verletzt war. Wir haben so gut zusammen gespielt, wie es eben geht als Torwart und Stürmer.

Marius: Am Anfang schon. Mein Ziel ist es in der Ersten zu spielen, dann denke ich schon, dass wir uns gut ergänzen. Ich bin optimistisch, dass das klappt.

Gibt es Konkurrenzdenken?

Lukas: Er ist ja nicht auf meiner Position. Aber wenn er Stürmer wäre, würde ich es ihm auf jeden Fall gönnen, wenn er besser wäre.

Marius: Nee auf keinen Fall, von meiner Seite jedenfalls nie. Wir sind uns zwar schon ähnlich, aber ich bin besser im Tor, er ist besser im Sturm.

Was kann der Bruder besser?

Lukas: Er hat die bessere Schusstechnik. Dafür ist er läuferisch nicht so gut, für einen Feldspieler zumindest nicht genug. Er ist halt ein typischer Torwart.

Marius: Tore schießen, er hat einen sehr guten Abschluss. Von den Toren her ist er gerade der Beste bei Gündringen. Ich gucke mir die Spiele der ersten Mannschaft von der Bank aus an, und er ist allgemein der beste Stürmer bei uns.

Mal ehrlich: Wer ist besser?

Lukas: Schwierig zu sagen, kann man eigentlich gar nicht vergleichen. Mein Bruder hat in der Jugendauswahl gespielt, aber wir sind beide keine Schlechten.

Marius: Ich bin auf jeden Fall besser im Tor, ansonsten kann man es nicht sagen.

Wie sieht es mit Training aus?

Lukas: Von der Häufigkeit schenkt sich da nichts. Ich habe gerade Praxissemester und trainiere deswegen wieder in Gündringen, vorher durfte ich freundlicherweise in Esslingen mittrainieren. Da studiere ich.

Marius: Wir gehen beide zusammen ins Training. Nach der Arbeit, ich habe gerade meine Gesellenprüfung als Zimmermann gemacht.

Sind Brüder gut fürs Team?

Lukas: Ja, warum auch nicht? Man versteht sich von Haus aus gut. Aber bei uns im Teams passt‘s eh.

Marius: Ich denke schon. Wir verstehen uns super und stecken die anderen an. Wir haben ja noch die Kiefer Brüder, auch wenn die jetzt gerade beide weg sind.

Ein Wort an den Bruder:

Lukas: Er soll sich anstrengen, damit wir bald zusammen spielen können. Ich bin zuversichtlich, dass er das packt.

Marius: Ich wünsche ihm, dass er weiterhin so gut spielt und noch viele Tore macht.

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28.11.2015, 01:00 Uhr

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