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Zum Sumpfgebiet verkommen

Fußball: Reaktionen zum Rücktritt des Ex-DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach

Mit seinem Rücktritt als DFB-Präsident hat Wolfgang Niersbach die Konsequenzen aus der WM-Affäre 2006 gezogen. Die SÜDWEST PRESSE hat eine Umfrage zum Rückzug gemacht. Besonders entsetzt zeigte sich Edgar Pakai, der Fußball-Bezirksvorsitzende des Nördlichen Schwarzwaldes. „Die schönste Nebensache der Welt verkommt zu einem Sumpfgebiet“, klagte er.

11.11.2015
  • Sascha Eggebrecht

Horb. Am vergangenen Montagnachmittag hat es in Frankfurt am Main im Anschluss an die Sitzung des DFB-Präsidiums eine Konferenz der Regional- und Landesverbands-Vorsitzenden gegeben. An dieser Zusammenkunft hat für den Württembergischen Fußballverband Präsident Matthias Schöck teilgenommen.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat im Rahmen dieser Sitzung über seine Entscheidung informiert, die politische Verantwortung für die Vorgänge im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 zu übernehmen und – wie bereits berichtet – mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückzutreten.

Dieser Schritt kam für die Anwesenden überraschend, ist aber vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen nachvollziehbar. „Wolfgang Niersbach hat sich für den deutschen Fußball sehr große Verdienste erworben. Das sollten wir bei aller Aufregung nicht vergessen. Ich respektiere seine Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen und habe großen Respekt für diese konsequente Haltung“, sagt WFV-Präsident Matthias Schöck.

Nach wie vor gilt das Hauptaugenmerk einer lückenlosen Aufarbeitung der Vorgänge rund um die FIFA-WM 2006. „Mit Blick nach vorne ist es dringend notwendig, dass alle Beteiligten, die zu einer zeitnahen Aufklärung beitragen können, ihren Beitrag leisten. Wir sind uns alle einig, dass uns nur absolute Transparenz in dieser Situation weiterbringt“, sagte Schöck weiter.

Genau das hätte sich Edgar Pakai auch von Niersbach gewünscht. „Klar, hat er die Verantwortung für das Desaster übernommen. Doch er hat nicht dafür gesorgt, dass die Angelegenheit aufgeklärt wird. Niemand nennt Ross und Reiter! Es ist schon das Hinterletzte, was sich einige Herren da erlauben“, polterte Pakai los, der sichtlich entsetzt ist: „Die schönste Nebensache der Welt verkommt zu einem Sumpfgebiet.“

Rottweils Sportkreispräsident Robert Nübel hofft, dass es nun eine großere Säuberung beim DFB geben wird. „Aber auch in anderen Verbänden. Denn aus der Leichtathletik weiß ich, dass bei einer WM-Vergabe kein Verband eine weiße Weste hat“, betonte Nübel. Zur Person Niersbach sagte er: „Er wird sich seinen Rücktritt sehr gut überlegen haben. Er war sicherlich gern Präsident und zudem ein guter. Mehr möchte ich auch dazu nicht sagen, weil ich viel zu weit weg von diesem Thema bin.“

Alfred Schweizer, Sportkreispräsident in Freudenstadt, stellt sogar die Frage, „ob Niersbach nicht vielleicht das Bauernopfer dieser Affäre ist?“ Vor allem findet Schweizer es aber kurios, wie sich Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger verhält. „Der bohrt von allen Seiten.“ Zudem wundert sich der Sportkreispräsident darüber, dass sich Franz Beckenbauer, der damals WM-Organisationschef war, bis jetzt so ruhig verhält und gar nichts zu dieser Affäre sagt. „Sollte Franz auch in dieser Sache mit drinstecken, wäre das ganz schlimm“, sagte Robert Nübel.

Fußball: Reaktionen zum Rücktritt des Ex-DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach
Gerne erinnern sich die Fußball-Fans an das Sommermärchen von 2006 zurück. Auf diesem Bild bejubeln die Fans den Sieg von Deutschland gegen Ecuador. Nun scheint es so, dass die WM in Deutschland wohl erkauft gewesen sein soll. Archivbild: Metz

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11.11.2015, 12:00 Uhr

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