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Zwei andere Mannschaften

Fußball: Spvgg Mössingen gewinnt Landesliga-Derby bei der TSG Tübingen mit 1:0

Der gestrige Sonntag ist für Tübingens Trainer Michael Frick frustrierend gewesen. Grund: die Leistung und das daraus resultierende 0:1 (0:0) seiner TSG im Fußball-Landesliga-Derby vor 200 Zuschauern gegen Aufsteiger Spvgg Mössingen – Mössingens erster Saisonsieg.

27.08.2012
  • Tobias Zug

Tübingen. Man kann als Trainer ja semantische Klimmzüge machen, um ein nicht so dolles Spiel seiner Mannschaft noch diplomatisch zu beschreiben. Etwa: „Die ersten zwei Minuten waren ganz okay.“ Oder in lange Monologe verfallen, dass es auch hätte anders rumlaufen können, wenn der Gegner nicht so viele Tore geschossen hätte. Man kann es aber auch in wenige Worte zusammenfassen wie Tübingens Trainer Michael Frick, der sagte: „Das war insgesamt ein Riesenscheiß!“

Frick vermisste bei seiner Mannschaft so ziemlich alles, was diese eine Woche zuvor beim 8:2-Sieg in Schramberg ausgezeichnet hatte: „Da war keine Körperspannung da, wir haben jeden Zweikampf verloren – ich kann nicht so schupp-schupp-Pässe spielen und dann einfach stehen bleiben!“ Jetzt war es nicht so, dass da Mössinger Kicker permanent zehn schlaffe Tübinger links und rechts überholten und deren Torhüter Stefan Baumann unter Dauerballbeschuss setzten. Beide Teams hatten in der ersten Hälfte relativ weite Abstände zwischen ihren Mannschaftsteilen, so dass für Landesliga-Verhältnisse viel Platz zum Kombinieren da war. Doch viele Chancen kamen dabei nicht heraus: Nach 14 Minuten lenkte Spvgg-Torhüter Ali Öztürk einen verdeckten Schuss von Oliver Lapaczinski mit dem Fuß ans Lattenkreuz. Sein Gegenüber Baumann erhechtete den Kopfball des freistehenden Orhan Bobic (29.) wenige Meter vor ihm.

Nach der Pause wurde es enger mit Kombinationsräumen, da beide Mannschaften bisschen enger zusammenrückten. Mössingens Abwehr um die Innenverteidiger Stefan Mader und Sebastian Haas klärten bei den wenigen Gefahrensituationen im Strafraum schon beizeiten. Einmal stiebitzte Tübingens Pirmin Glück dem rechten Außenverteidiger Bobic den Ball weg (73.), schoss aber ans Außennetz. Zwei Minuten später folgte das Tor des Tages: Tübingens Oliver Lapaczinski verliert etwa 25 Meter vor dem Tor den Ball, Hannes Klett spielt diesen steil zu seinem Spielertrainer Bernd Bauer, und der schießt halbhoch zum 1:0 ein. Und sprach über die Seinen auch von einer anderen Mannschaft als er sie noch die Woche zuvor beim1:3 gegen Sindelfingen vorgefunden habe: „Das war damals nicht meine Mannschaft! Wir haben uns heute als Team gesteigert, die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt.“ Denn klar sei: „Ich habe heute zwar sehr viele gute spielerische Elemente gesehen – aber bei uns zählt zuallererst der Kampf!“ Und den haben sie diesmal gewonnen.

TSG Tübingen: Stefan Baumann; Schmetzer (89. Rammeiser), Knoll, Gottschalk, Rauscher, Divljak (70. Erl), Oliver Lapaczinski, David Birgel, Leibfarth (68. Christoph Birgel), Glück, Frey.

Spvgg Mössingen: Öztürk; Bobic, Haas, Mader, Stopper, Binder (85. Heinz), Knop, Papazoglou, Bauer, Maier (71. Klett), Schneider (90. Hübner).

Fußball: Spvgg Mössingen gewinnt Landesliga-Derby bei der TSG Tübingen mit 1:0
Die Tübinger Gebete wurden nicht erhört: Mössingens Bernd Bauer feiert gerade sein Tor, was Stefan Baumann und Sebastian Knoll (von links) gar nicht sehen wollen. Bild: Ulmer

Als er erstmals die Spieleinteilung sah, habe er lachen müssen, sagte Nikolaos Mettas: Denn der seit dreieinhalb Jahren in Esslingen wohnende Schiedsrichter durfte sein erstes Landesligaspiel der Saison ausgerechnet bei seinem Heimatverein TSG Tübingen leiten, wo er lange Jahre nicht nur Schiedsrichter sondern auch Torhüter war. „Das war schon was Besonderes, ich kenne ja fast alle vom Umfeld hier“, sagte er, „man muss das schnell realisieren, da neutral bleiben zu müssen.“ Große Probleme hatte Mettas mit dem Derby nicht. Auch weil Mössingen siegte, kamen Neutralitätszweifel erst gar nicht auf.

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27.08.2012, 12:00 Uhr

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