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Staatschefs wollen IS Finanzströme kappen

G-20-Gipfel kündigt Initiative an

Die großen Industrie- und Schwellenländer wollen dem Terrorismus die Stirn bieten. Dies erklärten die G-20-Staatschefs zu Beginn ihres Treffens.

16.11.2015
  • GERD HÖHLER

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine "harte" Anti-Terror-Botschaft des G-20-Gipfels in Antalya angekündigt. Weniger als 48 Stunden nach der Anschlagsserie in Paris kamen dort am Sonntag die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer zusammen.

G-20-Gipfel kündigt Initiative an
Schließt gemeinsame Aktionen gegen den Terror nicht aus: Wladimir Putin. Foto: dpa

Das Terrorismus-Thema beherrschte auch ein Treffen von US-Präsident Barack Obama mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor Beginn der Konferenz. "Der Himmel hat sich verdunkelt durch die schrecklichen Angriffe, die in Paris stattfanden", sagte Obama. Der US-Präsident lobte die Türkei als "starken Partner" der Koalition gegen den IS.

Wie akut die Terrorgefahr auch für den Gastgeber Türkei ist, zeigte sich wenige Stunden vor Beginn des Gipfeltreffens: In der südosttürkischen Stadt Gaziantep sprengte sich ein mutmaßlicher Kämpfer der IS-Terrormiliz in die Luft, als Polizisten bei einer Razzia seine Wohnung stürmten. Fünf Polizisten wurden verletzt, einer schwer. Gaziantep liegt in Grenznähe zu Syrien. Die Stadt dient vielen IS-Kämpfern als Unterschlupf.

Nach den Attentaten in Paris steht das Treffen im Zeichen des gemeinsamen Kampfes gegen den Terrorismus. So wollen die Teilnehmerstaaten ihre Bemühungen verstärken, die Finanzströme von Terrororganisation wie des IS trockenzulegen und seine Kommunikationswege abzuschneiden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die G 20 zu mehr Gemeinsamkeit im Kampf gegen den Terror auf. "Wir brauchen viel mehr koordinierte Anstrengung", sagte er. EU-Ratspräsident Donald Tusk appellierte ebenfalls an die G-20-Staaten, entschlossen zu handeln. "Frankreich erwartet Taten", sagte Tusk. Ein wichtiger Punkt sei die Zusammenarbeit mit Russland. Präsident Wladimir Putin erklärte am Rande des G20-Gipfels, sein Land sei "immer für gemeinsame Anstrengungen, um der Bedrohung des Terrorismus zu begegnen". Man könne die Bedrohung nur beherrschen, wenn die gesamte Staatengemeinschaft ihre Bemühungen vereint, sagte er.

Gipfel-Gastgeber Erdogan dürfte auf dem Gipfel erneut unter Druck kommen, sich stärker im Kampf gegen den IS zu engagieren. Auch im eigenen Land wird Erdogan kritisiert, weil er radikalislamische Kräfte in Syrien unterstützt habe, um das Assad-Regime in Damaskus zu stürzen. Kurdische Oppositionspolitiker werfen der türkischen Regierung vor, sie habe über den Geheimdienst den IS in Syrien mit Waffen und Munition beliefert. Die Regierung in Ankara dementiert das.

Erdogan dürfte auf dem Gipfel für seine Idee einer Schutzzone auf der syrischen Seite der Grenze zur Türkei werben. In Ankara denkt man an einen etwa 100 Kilometer langen und bis zu 40 Kilometer breiten Streifen, in dem syrische Bürgerkriegsflüchtlinge Zuflucht finden könnten. Bisher stößt Erdogan damit auf wenig Zustimmung, weil die Sicherung einer solchen Zone wohl den Einsatz von Bodentruppen erfordern würde.

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16.11.2015, 12:00 Uhr

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