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36 Millionen für Wohnungen

GWG startet großes Bauprogramm für Flüchtlings- und Sozialquartiere

Insgesamt 36 Millionen Euro will die GWG in den kommenden zwei Jahren für Sozialwohnungen ausgeben, zwei Drittel davon für Flüchtlingsquartiere. Zugleich stellt die kommunale Wohnungsgesellschaft übergangsweise dutzende Wohnungen für die Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung.

12.11.2015

Von Volker Rekittke

Tübingen. Jeweils 12 Millionen Euro will die GWG in den Jahren 2016 und 2017 für Flüchtlingswohnungen ausgeben, kündigte deren Geschäftsführer Gerhard Breuninger gestern an. Die Zinsen sind weiter niedrig, deshalb will sich die kommunale Wohnungsgesellschaft einen Großteil des Geldes bei den Banken borgen. Eine Voraussetzung gibt es allerdings, so Breuninger: Ohne den in Aussicht gestellten 25-Prozent-Anteil des Landes „können wir nicht bauen“. Ohne öffentliche Kofinanzierung, quasi als Eigenanteil bei der Kreditaufnahme, sei das Multi-Millionen-Programm für die GWG nicht zu stemmen.

Das GWG-Doppelhaus am Hagellocher Weg 12/14wird kernsaniert, bis zum Baustart im Sommer 2017 überlässt die kommunale Wohnungsgesellschaft dem Landkreis die leeren Wohnungen als Flüchtlingsunterkünfte. Vor dem Haus (von links): GWG-Geschäftsführer Gerhard Breuninger und sein Stellvertreter Paul Schmid. Bild: Metz

Derzeit arbeitet eine städtische Arbeitsgruppe, in der auch die Tübinger Bürgermeister-Riege und die GWG-Spitze vertreten sind, mit Hochdruck an einem Programm, Wohnraum für mindestens tausend Flüchtlinge mit Bleiberecht zu schaffen. Gedacht wird unter anderem an Gebäude in Holzmodul-Bauweise. Es gebe Anbieter mit aktuell drei bis vier Monaten Lieferzeit, sagt Breuninger, und: „Es gibt entsprechende Kontakte und Zusagen.“

Wo all die mehr oder weniger einfachen Unterkünfte entstehen sollen, mag auch der GWG-Geschäftsführer nicht verraten. Das werde in den nächsten vier Wochen bekanntgegeben – durch die Rathausspitze. OB Boris Palmer hatte unlängst im Gemeinderat von zehn möglichen Standorten gesprochen. Wo die sind? Wollte Palmer nicht sagen – um zu vermeiden, dass Bewohner schon protestieren, bevor klar ist, ob dort wirklich gebaut werden kann. Es geht dabei nicht nur um Holzmodul-Häuser, sondern auch um Container und um Wohnungen in Massivbauweise. Letztere sollen beispielsweise an der Ludwig-Krapf-Straße in Derendingen entstehen. Geplant ist dort auf städtischem Grund ein Neubau mit 24 Ein-Zimmer-Appartements sowie mit 12 Drei-Zimmer-Wohnungen.

GWG baut doppelt so viele Sozialwohnungen

Zu jenen 24 Millionen kommen bis 2017 weitere 12 Millionen Euro für den Neubau von Sozialwohnungen. Laut Breuninger ist das eine glatte Verdoppelung im Vergleich zum Sozialwohnungsbau der Vorjahre. Dafür will Breuninger zinsgünstige Darlehen aus dem Landeswohnraumförderprogramm beantragen. Der GWG-Eigenanteil läge bei etwa einem Viertel.

Auf eines weist Breuninger die Stadtverwaltung und den Gemeinderat lieber schon mal hin: 37 Mitarbeiter/innen hat die Tübinger GWG derzeit, vier davon sind Auszubildende. Wenn das 36-Millionen-Programm umgesetzt werden soll, „werden wir personelle Verstärkung brauchen“. Jede Menge Arbeit erwartet die GWG-Beschäftigten nicht nur wegen der zahlreichen Neubauten. Seit dem Flüchtlingsaufruf von OB Palmer kamen und kommen immer wieder Angebote von Privatleuten. Hier erledigt die GWG einen Großteil des Mietgeschäfts, kümmert sich auch um notwendige Umbauten und Instandsetzungen.

Schließlich gibt es, wie berichtet, eine ganze Reihe von teilweise oder ganz leerstehenden GWG-Häusern, die demnächst saniert werden sollen oder auf die Abrissbirne warten, weil neu gebaut wird. In der Übergangszeit – meist für einige Monate – können dort Flüchtlinge einziehen (für diese Erstunterbringung ist der Landkreis zuständig). So bereits geschehen in der Sindelfinger Straße 36/38 oder demnächst geplant am Hagellocher Weg 12-18, dem Schwalbenweg 27/29 sowie an diversen Standorten im Stadtgebiet.

Gut 2000 Wohnungen hat die Tübinger Wohnungsgesellschaft GWG in ihrem Bestand. Zum Vergleich: Im benachbarten Reutlingen sind es bei der dortigen GWG fast vier Mal so viele. Im Schnitt zahlen GWG-Mieter in Tübingen 6,18 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter, bei geförderten Wohnungen sind es 5,67 Euro. Die Mietpreisspanne reicht von 2,90 bis 9,84 Euro. Insgesamt liege die GWG damit rund 25 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete, so deren Geschäftsführer Gerhard Breuninger. Laut F+B-Mietspiegelindex werden auf dem Tübinger Wohnungsmarkt durchschnittlich 8,32 Euro Kaltmiete verlangt. Im städtischen Mietspiegel sind 8,45 Euro angegeben. Kommentar: Endlich mehr Geld für bezahlbares Wohnen 13.11.2015 36 Millionen für Wohnungen : GWG startet großes Bauprogramm für Flüchtlings- und Sozialquartiere 12.11.2015

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Erstellt:
12. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
12. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. November 2015, 12:00 Uhr

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